Wie grausam es das Schicksal manchmal meint: Da wird aus einer simplen Wette die Katastrophe eines Lebens. Weil der niederländische Seefahrer Jakob Störr (Gijs Naber) sich 1920 auf die Wette einlässt, die nächstbeste Frau, die das Café auf Menorca betritt, zu heiraten, gelangt er auf diese Weise an die undurchsichtige Französin Lizzy (Léa Seydoux), die er wenig später tatsächlich in Paris ehelicht. Doch seine langen Seefahrten lassen kaum an die ewige Treue der sinnlichen Gattin denken - schnell hat Störr sie in Verdacht, fremdzugehen. Der eifersüchtige Ehemann leidet, und das bekommt bald auch seine Frau zu spüren.

Elegante Bilder

Mit ihrem Melodram "Körper und Seele" gewann die ungarische Regisseurin Ildiko Enyedi 2017 den Goldenen Bären der Berlinale. Ihr neues Werk "Die Geschichte meiner Frau" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Milan Füst und schwelgt in eleganten Bildern, rekreiert eine Epoche, in der das Savoir-vivre und die Lebenslust großgeschrieben wurden; diese Opulenz ist in der Eifersucht des seefahrenden Ehemanns konterkariert, der damit so gar nicht umgehen kann. Unter Enyedis Anleitung findet Gijs Naber in der Rolle zu einer von Pein und Verletzlichkeit geprägten Hochform, während Seydoux als geheimnisvolle, mysteriöse Ehefrau brilliert. In einer Nebenrolle ist übrigens Josef Hader zu sehen: Er spielt, ganz passend, Herrn Blume, einen Hausmeister mit philosophischen Neigungen.