Sie hat eine der außergewöhnlichsten Karrieren im Pop-Business hingelegt: Schon mit 13 Jahren veröffentlichte Goldkehlchen Céline Dion ihre erste Platte, und nicht einmal sieben Jahre später umfasste ihre Diskografie bereits 14 Alben. Die kanadische Sängerin ist spätestens mit "My Heart Will Go On", dem Titelsong zu "Titanic" (1997), in den Olymp des Pop-Universums aufgestiegen, sie kann die Goldenen Schallplatten gar nicht mehr zählen. Jahrelange, ausverkaufte Shows in Las Vegas zementierten ihren Status als Superstar.

Eine normale Frau

Über diese Frau einen Film zu drehen, das erfordert außergewöhnliche Zugänge. Weshalb sich Regisseurin Valérie Lemercier nicht nur selbst in der Titelrolle besetzt hat, sondern die Figur von Céline Dion, dezent umbenannt in Aline Dieu, auch in allen dargestellten Lebensaltern - vom Kind über die junge Erwachsene bis hin zur Mutter - auch selbst spielt. Der Song "Ordinaire" ("Gewöhnlich") bildet den Rahmen für den Plot, und tatsächlich lernt man hier eine sehr normale Frau kennen, die eben zufällig auch Superstar ist. Trotzdem zeichnet Lemercier Aline nicht als Langweilerin, sondern als Frau mit Charakter und Durchsetzungsvermögen. Der Film kreist dabei viel mehr um die Privatperson und den Familienmensch als um die Künstlerin, die auffallend stark im Dunkeln bleibt. Eine Überdosis "My Heart Will Go On" bleibt dem Publikum außerdem auch erspart.