Wes Craven, der Schöpfer der Filmreihe "Scream", ist 2015 gestorben. Aber in der gleichnamigen Neuauflage ist er trotzdem präsent. Nicht nur, weil seine Ideen und seine Technik, Horror mit Humor zu vereinen, hier weitergeführt werden. Sondern auch, weil eine der Hauptfiguren den Namen Wes trägt.

Der ist übrigens auch verdächtig. Aber wer ist das nicht in einem Teenager-Slasherfilm? Das ist eine der Regeln, wie sie auch bald vom Nerd des neuerlich von einem Killer mit Munch-Schrei-Maske heimgesuchten Freundeskreises aufgezählt werden. Der Auskennertyp ist diesmal eine schwarze, lesbische Frau, und auch sonst ist die Besetzung zeitgeistig divers. Aber manche Stereotypen dürfen, nein sie müssen bleiben.

Ein Zerrspiegel des ersten "Scream"-Films

Zum Beispiel muss eine junge Frau das erste Opfer sein. Tara (Jenna Ortega), die in den ersten Minuten von "Scream" so schön Drew Barrymore, das allererste Maskenkiller-Opfer aus dem Originalfilm von 1996 (!) spiegelt, ist die Schwester von Sam (Melissa Barrera), jener Frau, die das wahre Ziel der neuen Metzelserie ist. Dass Sam mit Nachnamen Carpenter heißt, also wie ein anderer berühmter Horrorfilmer, dessen "Halloween" auch dauernd erwähnt wird, ist nur eine von vielen Anspielungen, Zitaten und Meta-Gags, die Kenner auflachen lassen. Und weil eine der Regeln besagt, dass immer ein Bezug zur Vergangenheit besteht, darf auch das Überlebendentrio von früheren Messerstecher-Sprees wieder zusammentreffen (Neve Campbell, David Arquette, Courteney Cox). All das macht "Scream" zu einer vergnüglichen Unterhaltung, die über würdiges Fanservice hinausgeht.