Die 35-jährige Polin Wanda (Agnieszka Grochowska) lebt bei Familie Wegmeister-Gloor am Zürichsee und pflegt den nach einem Schlaganfall bettlägerigen Josef, das Familienoberhaupt. Seine Frau Elsa (Marthe Keller) ist mit Wandas Arbeit zufrieden, und Sohn Gregor (Jacob Matschenz) ist gar ein wenig verliebt in die Pflegerin. Erst die Ankunft von Tochter Sophie (Birgit Minichmayr) bringt Unmut in die Runde: Vorurteile, Misstrauen gegen die ausländische Fachkraft und abhandengekommenes Geld mischen die Schweizer Betuchten auf. Dabei verbergen Josef und Wanda ein Geheimnis: Der bezahlt sie für Sex, was sich nicht mehr verheimlichen lässt, als Wanda schwanger wird und die Familie schon ihr Vermögen nach Polen fließen sieht.

Die Schweizer Regisseurin Bettina Oberli hat mit "Wanda, mein Wunder" ein oft diskutiertes Thema angefasst: Ausländische Pflegekräfte kämpfen massiv mit Vorurteilen in unserer Gesellschaft. Man wirft ihnen Geldgier und Hinterlist vor, und Oberli spielt mit diesen Klischees. Vor allem Minichmayrs Figur erweist sich in ihrer Haltung gegenüber Ausländern als entlarvend eindimensional, was die Schauspielerin akkurat abbildet. Bald gibt es Konflikte an allen Fronten, das gibt dem Drama auch humorige Momente.