Im Showgeschäft sei es vorzuziehen, seinen Idolen nicht persönlich zu begegnen, heißt es einmal in der Animations-Komödie "Sing 2". Diesem Seufzer kann man nach Ansicht des Films nur zustimmen. Die singenden Tiere, die vor fünf Jahren das "Sing"-Original zum stimmgewaltigen Kino-Vergnügen machten, scheinen bei der Fortsetzung ihre mäßig begabten Zwillings-Geschwister geschickt zu haben. Die Story strotzt vor Banalitäten. Was die Musik betrifft, wurden großartige Songs (von Elton John, Burt Bacharach, U2 und vielen anderen) in einen unbekömmlichen Hitradio-Einheitsbrei-Sound verrührt.

Rivalen sind jetzt Freunde

Im ersten Film traten Ash, das Stachelschwein, Meena, das Elefantenmädchen, oder Rosita, das rosige Schweinchen, bei einer spannend inszenierten Casting-Show auf. Jetzt sind aus den Rivalen Freunde geworden. Unter der Anleitung ihres Managers, des Koalas Buster Moon, sollen sie in einer Show im Las-Vegas-Stil auftreten. Der Impresario Jimmy Crystal, ein silbermähniger Wolf, ist ihnen Antreiber und Feindbild zugleich. Und dann gibt’s noch den launischen Ex-Megastar Clay Calloway, einen Löwen, der zu einem Comeback bewegt werden soll.

Mit diesem Personal ließe sich etwas anfangen. Doch leider zwingt das Drehbuch von Autor und Regisseur Garth Jennings die singenden Viecher zu vollendeter Schablonenhaftigkeit, die nur zwei Ausdrucksformen kennt: durchgeknallte Hysterie und kitschtriefendes Melodram. Nett gemeint, aber nicht lustig.