Es kommt nicht oft vor, dass in einem Film über Homosexualität in China gesprochen wird. Der österreichisch-chinesische Regisseur C. B. Yi tut mit seinem Debüt "Moneyboys" genau das: Er erzählt die Geschichte des jungen Fei (Kai Ko), der von der Provinz in chinesische Metropolen fährt, um sich dort zu prostituieren - das Geld soll seiner armen Familie helfen. Die nimmt es auch dankbar an, lehnt aber Feis Homosexualität strikt ab. Fei bricht mit dem Elternhaus und findet Halt in einer Beziehung bei Long (Bai Yufan). Dann tritt allerdings seine Jugendliebe Xiaolai (Lin Zhengxi) auf den Plan, und Feis Neustart droht zu scheitern, weil Xiaolai ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert.

Die österreichisch-französisch-taiwanesisch-belgische Koproduktion wagt sich an so manches Tabu, der Mut wurde mit einer Einladung nach Cannes belohnt. C. B. Yi, einst von China nach Österreich gekommen, wo er Regie an der Filmakademie bei Michael Haneke studierte, inszeniert "Moneyboys" ganz im Stile des chinesischen Arthaus-Kinos, in ästhetischen, aber unaufgeregten Bildern. Die Geschichte zeigt die tiefen Gräben in der chinesischen Gesellschaft, die zwischen Fortschritt und Tradition zu zerreißen droht.