Mit einem Triumph für das österreichische Filmschaffen ging am Mittwoch Abend das 43. Filmfestival Max Ophüls Preis zu Ende. Die Preisverleihung fand wie im Vorjahr als Online-Event statt, die Jury zeichnete "Moneyboys" des aus China stammenden und in Österreich lebenden Regisseurs C.B. Yi mit dem Preis für den besten Spielfilm (dotiert mit 36000 Euro) aus. "Moneyboys" erzählt von einem jungen Chinesen, der die Provinz verlässt, um sich in der Großstadt zu prostituieren. Das Geld schickt er seiner armen Familie, die ihn allerdings verstößt, nachdem sie erfährt, auf welche Weise er es verdient hat. Ein Film über Homosexualität in China, das gibt es nicht oft. Die Jury befand, "Moneyboys" sei "ein existenzieller, queerer und zugleich universaler Film über Liebe, der politische Bedeutung nicht verfolgt, aber sie erzeugt. Er zeigt nicht nur ein auf allen Ebenen unglaublich sauberes, für einen Debütfilm überraschend reifes, filmisches Handwerk".

Außerdem erhielt C.B.Yi auch noch den Preis für das beste Drehbuch, dotiert mit 13000 Euro. Yi führe "in einen Kosmos, der mit hoher Sensibilität und stilistischer Strenge, in hochkonzentrierten Bildern und feinsinnig formulierten Szenen erzählt wird. Wir erleben, wie Sexualität und Liebe von Kapitalismus und gesellschaftlichen Normen, von Tabus und familiärem Druck beeinflusst und zerstört werden, wie Liebe als Ware in Konkurrenz zu wahrer Liebe steht."

Die Preise für "Moneyboys" blieben nicht die einzigen für Österreichs Kino: Auch "Para:Dies" von Elena Wolff wurde gewürdigt: Hauptdarstellerin Julia Windischbauer wurde als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Den Preis für die beste Musik in einer Doku ging an Julia Kent und Jola Wieczorek für "Stories from the Sea" von Jola Wieczorek, als bester Kurzfilm wurde der österreichische Beitrag "Lullaby" von Magdalena Chmielewska prämiert.

Das Filmfestival Max Ophüls-Preis in Saarbrücken gilt als wichtigstes Festival im deutschsprachigen Raum für den Film-Nachwuchs.