Fünf Frauen, fünf unterschiedliche Lebensabschnitte und ein gemeinsames Problem: die Selbstwahrnehmung mit der einhergehenden Suche nach sich selbst.

"Wunderschön" ist die dritte Regiearbeit der deutschen Schauspielerin Karoline Herfurth, die auch selbst eine tragende Rolle übernommen hat: Sie ist Sonja, die neben ihrem Muttersein auch wieder arbeiten gehen möchte und mit ihrem Körper nach zwei Kindern hadert. Der füllige Teenager Leyla (Dilara Eylin Ziem) leidet ebenso unter dem Körpergewicht wie das dünne Model Julie (Emilia Schüle), die für ihre Agentur mit allen vorstellbaren Mitteln ihr Erscheinungsbild optimieren muss.

Dann ist da noch die rund 60-jährige Frauke (Martina Gedeck), die nach der Pensionierung ihres Mannes und den bereits erwachsenen Kindern ihr Leben endlich selbst bestimmen möchte. Und die alleinstehende Kunstlehrerin Vicky (Nora Tschirner) macht ihre Schüler auf ihre Reduzierung auf das Äußerliche aufmerksam. Jedoch ohne Belehrungen, sondern schlagfertig und intelligent. Im Lauf des Films kreuzen einander die zuerst episodenhaften Erzählungen der fünf Frauen, die Zusammenhänge werden klar.

Herfurth ist oftmals brutal, etwa beim Porträt der Modelszene. Und vor allem ist sie ehrlich, wenn sie beispielsweise die Körperspuren von Schwangerschaften zeigt und die Verzweiflung, die diese für Sonja mit sich bringen. Dabei gelingt Herfurth ein Spagat zwischen komischen und berührenden Momenten sowie eine spürbare Harmonie zwischen den Schauspielern. Manche Dialoge, manche Situationen kommen einem als Zuseher sehr bekannt vor. Ein geglückter Film, dessen Verlauf nur leider sehr vorhersehbar ist.