Ob Corona-Pandemie oder Ukraine-Krise: Die reale Welt präsentiert sich derzeit so rau, dass Katastrophenfilme das Letzte sind, was man als Kinogeher herbeisehnt. Wenn der Untergang allerdings so unfreiwillig komisch daherkommt wie in "Moonfall", dem neuen Blockbuster von Roland Emmerich, dann kann man das auf der Kinoleinwand drohende Ende der Welt ohne Furcht genießen.

Der Mond ist in "Moonfall" auf eine schiefe Bahn geraten, und die führt direkt zur Erde. Alarm! Ein verkrachter Ex-Astronaut (Patrick Wilson), eine NASA-Spezialistin (Halle Berry) und ein Astronomie-Querdenker (John Bradley) werden mit einer klapprigen Raumfähre ausgesandt, um zu erkunden, was los ist. Oben angekommen, stellen die Drei fest, dass der Mond ein Loch hat. Der Erdtrabant ist innen hohl und erinnert an eine riesige Fabriksanlage. Die wurde vor langer Zeit von einer nun ausgestorbenen Zivilisation erbaut und geriet in Konflikt mit einer künstlichen Intelligenz. Letztere ist immer noch aktiv und offenkundig für das ganze Schlamassel verantwortlich.

Genug der Details. Nur so viel noch: Immer, wenn man glaubt, die höchste Stufe des Story-Irrsinns sei erreicht, setzt Emmerich noch eine Wendung drauf. So mutiert der Reißer mehr und mehr zur absurden Komödie.Gleichzeitig ist diese Apokalypse aber ein in sich geschlossenes Werk voller bombastischer Schauwerte. Was Action betrifft, versteht Roland Emmerich, der Macher von Kinohits wie "Independence Day" oder "2012", sein Geschäft. Wenn in "Moonfall" Mondbrocken auf die Erde fallen oder wenn die Küsten von schlimmen Fluten überrollt werden, dann sind das Bilderstürme von schaurig schöner Qualität.