Das Filmfestival Diagonale bringt heuer zwei historische Specials: "Rausch" zeigt das vielverwendete Filmsujet in unterschiedlichen persönlichen und gesellschaftlichen Ausprägungen, während sich "Come and Shoot in Thaliwood" mit dem einstigen Filmstudio am Grazer Flughafen Thalerhof beschäftigt. Dort entstanden während der britischen Besatzung der Steiermark 17 größere Filme.

Das Special "Rausch" umfasst sechs Programme. Beleuchtet werden die Fragen, wie das Kino den Rausch inszeniert, verhandelt und thematisiert. Im Mittelpunkt steht die Sex, Drugs and Rock'n'Roll-Trilogie von Regisseur Michael Glawogger. Der erste Teil "Nacktschnecken (2004) erregte als Ausnahmeerscheinung in der heimischen Lustspiellandschaft Aufsehen, und der Mittelteil "Contact High" (2009) gilt aufgrund seiner psychedelischen Heiterkeit als Meilenstein. Abgeschlossen wurde die Reihe nach Glawoggers Tod von Michael Ostrowski und Helmut Köpping mit "Hotel Rock'n'Roll" (2016).

Zur Einstimmung wird außerdem der Kurzfilm "Plasma" (2004) von Filmemacherin Mara Mattuschka, die auch Animationen zu Glawoggers Spielfilm beigesteuert hat, gezeigt. Weitere Filme in diesem Special sind unter anderem "Ekstase" (1933) von Gustav Machaty, "Vollgas" (2001) von Sabine Derflinger, "Der Ball" (1982) von Ulrich Seidl oder "Dreh & Trink" (2013) von Veronika Franz und Severin Fiala.

Am Thalerhof-Gelände wurden von 1947 bis 1953 Filme gedreht, einige werden nun während der Diagonale wieder zu sehen sein. Curd Jürgens führte Regie bei "Prämien auf den Tod" (1949), besonders bekannt wurde "Die Vier im Jeep" von Leopold Lindtberg (1951). Zusätzlich zu den Originalwerken wird noch Lotte Schreibers "Tracing Thalerhof" (2014) gezeigt. (apa)