Ist böse zu sein, wirklich böse? Oder kann böse gleichzeitig auch gut sein? Das Animationsstudio DreamWorks ("Shrek" oder "Drachenzähmen leicht gemacht") stellt viele Fragen und braucht 100 Minuten, um diese in "Die Gangster Gang" - nach der Bestseller-Buchreihe "Böse Jungs" von Aaron Blabey - für sein Publikum zu beantworten. Das gelingt auch temporeich mit Slapstick und meist vorhersehbaren Wendungen. Da gibt es den bösen Wolf, die hinterlistige Schlange, den aggressiven Piranha, die schlaue Spinne und einen gar nicht gefährlichen Hai: Sie sind die "Gangster Gang", die trickreich schon so manchen Coup begangen hat und die die Stadt in Angst und Schrecken versetzt. Nur nicht das schlaue Füchslein: Diane Foxington ist die Gouverneurin der Stadt, in der anthropomorphe Tiere und Menschen zusammenleben.

Erhobener Zeigefinger

Als der größte Coup der Gangster Gang, nämlich den goldenen Delfin zu stehlen, schiefgeht und sie geschnappt werden, bekommen die fünf Freunde noch eine letzte Chance, bevor ihnen das Gefängnis droht: Der Meerschweinchen-Wohltäter Marmalade, der diesen goldenen Delfin für sein Gutmensch-Dasein verliehen bekommt, nimmt sie unter seine Fittiche, um sie zu lehren, gut zu sein. Doch die Bande hat andere Pläne. Letztlich ist Böse gut und Gut böse und der erhobene Zeigefinger der Filmemacher verurteilt die gängigen Klischees - von wegen böser Wolf oder hinterlistige Schlange. Pierre Perifels Regiestärke liegt dabei vor allem in den Actionszenen, in die man richtiggehend eintaucht.