Die Gehörlosen-Tragikomödie "CODA" wurde bei der 94. Oscar-Verleihung als bester Film geehrt. Das Remake der französischen Vorlage "Verstehen Sie die Beliérs?" durch Regisseurin Siân Heder ist damit der erste Film eines Streamingdienstes, der die Königskategorie für sich entscheiden konnte, läuft das Werk doch bei Apple TV+. Es erzählt von einem hörenden Mädchen, das in einer gehörlosen Fischerfamilie aufwächst.

"CODA" konnte auch seine anderen beiden Nominierungen in den Kategorien Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Nebendarsteller (Troy Kotsur) in Preise ummünzen. Die Sparte Beste Regie entschied hingegen die neuseeländische Filmemacherin Jane Campion für sich. Mit ihrem Westerndrama "The Power of the Dog", das mit zwölf Nominierungen an der Spitze des Feldes gestanden hatte, aber nur diese eine Auszeichnung realisieren konnte, war Campion die erst dritte Frau, die in der Regiesparte gewinnen konnte.

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Will Smith und Jessica Chastain wurden hingegen als beste Hauptdarsteller gewürdigt. Smith holte sich wie erwartet für seinen Auftritt in "King Richard" als Vater der Tennisschwestern Serena und Venus Williams die erste Trophäe in seiner Karriere. Chastain setzte sich mit ihrer Rolle als Fernsehpredigerin in "The Eyes of Tammy Faye" gegen die Konkurrentinnen durch.

Jessica Chastain wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. 
- © afp / Getty / Mike Coppala

Jessica Chastain wurde als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

- © afp / Getty / Mike Coppala

Zuvor hatte Smith bereits mit dem erratischsten Moment der Gala für Verwunderung gesorgt, als er Präsentator Chris Rock auf offener Bühne eine Ohrfeige verpasste, weil dieser einen Witz über Smiths Frau gemacht hatte.

Neben Troy Kotsur konnte indes wie erwartet Ariana DeBose ihre Favoritenrolle auf die Ehrung der besten Nebendarstellerin nutzen und triumphierte für ihren Part der Anita in Steven Spielbergs Remake der "West Side Story".

"Dune" staubt sechs Preise ab

Die meisten Auszeichnungen des Abends konnte Denis Villeneuves zehnfach nominiertes Sci-Fi-Abenteuer "Dune" für sich reklamieren. Vor allem in den technischen Kategorien Sound, Kamera, Schnitt, Production Design und Visuelle Effekte sowie Filmmusik (Altmeister Hans Zimmer) war man erfolgreich und konnte sechs Trophäen mit nach Hause nehmen. Bei den Animationsfilmen setzte sich wie erwartet das Disney-Musical "Encanto" durch, während Superstar Billie Eilish nach ihrer Performance in der Show auch den Oscar für den besten Song mit ihrem Bond-Credit "No Time to Die" einheimste. Zur Riege der Favoritensiege zählte auch jener des japanischen Kandidaten "Drive My Car" von Ryusuke Hamaguchi, der die Trophäe in der Sparte des Auslandsoscars holte. Der österreichische Beitrag, Sebastian Meises "Große Freiheit", hatte es hier nicht auf die Shortlist der letzten Fünf geschafft.

Verhaltene Solidaritätsbekundung

Moderiert wurde der Abend von den drei Komödiantinnen Amy Schumer, Regina Hall und Wanda Sykes - womit die Show erstmals seit 2018 wieder einen Host hatte. Die drei Auserwählten lieferten dabei das erwartbare Dissen von Kollegen und kleine Einlagen ab. Was hingegen außerhalb des Erwartbaren blieb, war die Erwähnung des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine während der gut dreieinhalb Stunden langen Veranstaltung. Anstelle einer Zuschaltung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, über die im Vorfeld spekuliert worden war, gab es lediglich inmitten der Show eine stille Einblendung mit der Bitte um Unterstützung der Betroffenen unter dem Hashtag StandWithUkraine. Überdies trugen Einzelne Solidaritätszeichen am Revers. Nur Regielegende Francis Ford Coppola verabschiedete sich von der Bühne mit einem "Vive Ukraine!" (apa)