Nach vielen eher eintönigen Jahren ist die Oscar-Verleihung dieses Jahr mit einiger Action über die Bühne gegangen. Vor allem einer dürfte mit seinem Auftritt in Erinnerung bleiben: Will Smith, der gleich zweimal auf die Bühne kam. Dass der Hauptpreis in der Nacht auf Montag an die Tragikomödie "Coda" vergeben wurde, geriet über den Ausbrüchen von Will Smith ziemlich in den Hintergrund.

Der Grund? Nachdem der Komiker Chris Rock während der Verleihung einen Witz über Smiths Frau Jada Pinkett gemacht hatte, lief Smith auf die Bühne, gab Rock eine Ohrfeige und kehrte an seinen Platz zurück. Zweimal rief er anschließend in Rocks Richtung: "Lass den Namen meiner Frau aus Deinem verdammten Mund!" Abgesprochen oder spontan? Das blieb erstmal unklar. Rock hatte sich zuvor an Jada Pinkett Smith gewandt und gewitzelt: "G.I. Jane 2 - ich kann es nicht abwarten, das zu sehen." - eine Anspielung auf den Film "G.I. Jane", in dem sich Demi Moore als Soldatin den Kopf rasierte. Jada Pinkett Smith hatte in der Vergangenheit offen über ihren Haarausfall gesprochen.

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Schlag und Tränen

Als Will Smith schließlich den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in "King Richard" gewann, schien er sich in seiner Dankesrede für die vorherige Situation zu rechtfertigen. "Richard Williams war ein erbitterter Verteidiger seiner Familie", sagte er. Smith spielt im Film von Reinaldo Marcus Green, den Vater der legendären Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams. Durch hartes Training und Beharrlichkeit ermöglichte er seinen talentierten Töchtern Sportkarrieren.

Er wolle sich bei der Filmakademie und den anderen Nominierten entschuldigen, sagte der 53-jährige Smith unter Tränen. "Kunst imitiert das Leben, und ich wirke wie der verrückte Vater (...) aber Liebe lässt einen verrückte Dinge machen." Er hoffe, dass die Filmakademie ihn wieder einlade. (apa /dpa)