Es gibt alles, was das Herz der Fantasy-Liebhaber und vor allem das der Fans der Harry-Potter-Magie-Welt begeistert. Plus: Es tummeln sich entzückende und witzige Zauberwesen. Zugegebenermaßen sind es nun im dritten Teil der "Phantastischen Tierwesen" ein paar weniger als in den Teilen davor. Das stört jedoch nicht sonderlich, denn "Dumbledores Geheimnisse" aus der Feder der Erfolgsautorin J. K. Rowling mit Steve Kloves als Co-Autor zeigt ohnedies üppigst ausgestattete Szenerie mit Magie in Hochglanz - und hervorragenden Schauspielern.

Mikkelsen statt Depp

Allen voran einmal mehr Jude Law in der Figur des mächtigen Magiers Albus Dumbledore und Mads Mikkelsen als sein Widersacher Gellert Grindelwald, der dieses Mal Johnny Depp ersetzt. Es ist ein simpler Dialog der beiden, in einem Restaurant einander gegenüber sitzend, der ob seiner Intensität fesselt und auch Dumbledores weiteres Verhalten nachvollziehbar macht. Ebenso einprägsam ist ein Gespräch von Dumbledore mit dem "Magizoologe" Newt Scamander (Eddie Redmayne), der eigentlichen Hauptfigur der "Phantastischen Tierwesen", über seine verstorbene Schwester Ariana spricht, einprägsam. Auch die österreichischen Schauspieler Valerie Pachner und Peter Simonischek setzen sich bemerkenswert in Szene.

Doch worum geht es eigentlich? Eine Frage, die auch dem Zuseher sehr lange nicht klar wird. Eulalie "Lally" Hicks (Jessica Williams), Theseus Scamander (Callum Turner), Minerva McGonagall (Fionna Glascott), Jacob Kowalski (Dan Fogler), Newt Scamander und Albus Dumbledore versuchen, Gellert Grindelwald aufzuhalten. Weshalb eigentlich, kristallisiert sich erst im Lauf des Films heraus: Er will über seine Wahl zum Vorsitzenden der internationalen Zauberer-Gemeinschaft einen Krieg zwischen magischer und nicht-magischer Welt anzetteln. Dafür stiehlt er einen Qilin, ein sehr seltenes magisches Geschöpf, das in die Seele der Zauberer und Menschen blicken kann und den Ausgang der Wahl wesentlich beeinflussen wird. Da Grindelwald mithilfe des Qilin in die Zukunft sehen kann, gibt es für Newt Scamander und seine Freunde einen Plan: nämlich, dass es keinen Plan gibt.

1930er Jahre in Berlin

Die dunkle Atmosphäre der aufkommenden Bedrohung zeigt auch die zeitliche Einordnung der Geschichte: Einige Jahre nach dem Vorgänger angesetzt, spielt der Plot in den 1930er Jahren in Berlin und spiegelt dabei auch die düsteren Ereignisse der Weltgeschichte wider, die sich Grindelwald zunutze macht, um nach seiner Flucht als Verbrecher rehabilitiert zu werden. Die Parallelen zu Nazideutschland sind auch in der Architektur, der Ikonografie und der Kleidung von Grindelwalds Gehilfen unübersehbar. Handlungsstränge, auch aus den vorangegangenen Filmen, gibt es viele, und sie bleiben weiterhin unbeantwortet. Man hat das Gefühl, in einer Warteschleife für den vierten Teil stecken geblieben zu sein. Und den wird es definitiv geben.

Allen Wirrungen und dem Drehbuch zum Trotz, gelingt Regisseur David Yates solide Handarbeit: Spektakuläre Szenen, Raum für lieb gewonnene Figuren des "Tierwesen"-Universums und detailgenaue Ausstattung entführen in diese Zauberwelt.