Ein Film wie eine seismografische Messung zur Befindlichkeit der französischen Nation: Raf (Valeria Bruni Tedeschi) und Julie (Marina Foïs) sind ein Paar, das kurz vor der Trennung steht, das sich aber am Abend einer Pariser Gelbwesten-Demonstration in einer Notaufnahme wiederfindet, weil Raf sich nach einem Sturz den Arm gebrochen hat. In der Klinik geht es hoch her. Denn in einer emotional stark aufgeladenen Situation treffen hier Gelbwesten, Le-Pen-Fans und Macron-Wähler aufeinander, und das alles in der Hektik des Krankenhausalltags.

Kammerspiel im Spital

Catherine Corsini ("La belle saison") hat mit "In den besten Händen" eine Momentaufnahme der französischen Gesellschaft gemacht und erzählt in diesem Film im kammerspielartigen Setting des Spitals mehr über Frankreich und sein Selbstverständnis als es jeder politische Kommentator zu analysieren vermag. Hierbei ist auch der Originaltitel des Films, "La fracture" (Der Bruch) deutlich treffender als die softe deutsche Titelei "In den besten Händen". Denn es geht bei Corsini nicht bloß um den Armbruch ihrer Protagonistin, sondern um eine Bruchlinie, die direkt mitten durch die französische Gesellschaft führt. Valeria Bruni Tedeschi setzt als quirlige, überdrehte und ich-bezogene Hauptfigur dem Film dann noch die Krone auf und thematisiert die wegen der kürzlichen Präsidentenwahl umso aktuellere Lage Frankreichs. Es tun sich Pole auf, an denen die Luft zu dünn zum Atmen ist.