Es sind sieben Stunden in der Kantine der Grazer Haftanstalt. Sieben Stunden, in denen drei Frauen (Marion Mitterhammer, Michou Friesz und Bojana Golenac) von drei verurteilen Verbrechern (Harald Krassnitzer, Michael Thomas, Anoushiravan Mohseni) körperlich misshandelt werden und auch psychischer Gewalt hilflos ausgesetzt sind. Denn die drei Verbrecher sind bereit, "alles zu tun" - auch die von ihnen gebastelten Bomben hochgehen zu lassen -, um ihr Ziel zu erreichen: Verschanzt mit den Geiseln als Druckmittel fordern sie drei Millionen Euro und einen Hubschrauber.

Nun beginnt per Telefon das taktische Spiel der beiden Antagonisten, nämlich zwischen dem Polizisten Fredl Hollerer (Simon Hatzl), der die Geiselnehmer so lange hinhalten muss, bis die sogenannten Spezialisten aus Wien eintreffen, und seinem verbrecherischen Gegenspieler und Mastermind der drei Sträflinge: dem narzisstisch veranlagten und brutalen Aloysius Steindl - gespielt von einem emotionsgeladenen Harald Krassnitzer.

Bestens gecastet

"Taktik" beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in den 1990er Jahren in Graz zugetragen hat, und ist das Regiedebüt von Marion Mitterhammer, die mit ihrem Ehemann Hans Günther Bücking neben der Regie auch Drehbuch und Produktion innehaben. Den beiden gelingt mit einer äußerst passend gecasteten Besetzung ein kurzweiliger österreichischer Thriller, der, ob der psychischen Gewalt und der aufgebauten Spannung, fängt, aber nicht unbedingt enthusiasmiert.