Ein junger Mann steht an der roten Ampel einer großen Kreuzung. Kein Auto, kein Mensch weit und breit. Eine western-like Steppenhexe rollt durchs Bild. Er bleibt dennoch gehorsam stehen. Dann kommt langsam ein Straßenkehrauto, ein Kätzchen sitzt mitten auf der Strasse und ihm droht, totgefahren zu werden. Die Ampel ist immer noch rot. Wird der junge Mann das Kätzchen retten, oder blind den Regeln des Staates folgen?

Der junge Mann ist Ludger Fuchs (David Kross) der daraufhin - natürlich war die Kätzchen-Situation manipuliert - von der Stasi rekrutiert wird. Verhielt er sich doch vorbildlich. Eigentlich ist diese Szene ein Rückblick des heutigen Ludger Fuchs (Jörg Schüttauf) in seine DDR-Jugend in den 80er Jahren, denn auf Drängen seiner Familie beantragte er seine Stasi-Akte. Man will sie ja einsehen, der heute erfolgreiche Schriftsteller Fuchs soll schließlich ein Oppositioneller gewesen sein. Mit der geschönten Akte kommt aber auch ein Liebesbrief ans Licht, den seine Ehefrau nicht verfasst hatte. Und damit werden viele Fragen aber auch Erinnerungen wach gerufen, die vergessen oder vielleicht verdrängt wurden.

Dumpfbacken-Dasein

Denn für die Stasi sollte Fuchs seinerzeit die "negativ-dekadente Szene" von Künstlern und Lebenskünstlern im Prenzlauer Berg auskundschaften und von innen heraus "zersetzen". Natürlich immer unter Beobachtung seiner drei Stasi-Kollegen (Karl Schaper, Eric Spiering und Christopher Nell), die in ihrem Dumpfbacken-Dasein selbst "Police Academy" blass aussehen lassen. Mit einem Westpaket, das unter anderem Levi’s Jeans beinhaltet, macht sich der junge Fuchs an die Arbeit, die ihm nebst einer baldigen Beförderung auch in ein Liebeswirrwarr zwischen zwei Frauen bringt. Eine davon wird später seine heutige Ehefrau.

Stasi-Chef als Witzfigur

Überwacht und schikaniert wird Fuchs von seinem Führungsoffizier (Henry Hübchen), der mit nikotingelben Zähnen dauerrauchend eine Witzfigur ist. Ebenso wie der Stasi-Chef, der sich zum Geburtstag als Sonnenkönig Ludwig XIV. feiern und sich von seinen Beamten umtänzeln lässt. Die Stasi-Mitarbeiter in "Leander Haußmanns Stasikomödie" sind ein Haufen extrem dummer Beamter. Regisseur Haußmann spart dabei nicht an Klamauk, das darf er ja auch in einer Komödie, doch im Lauf des Films verliert er an Raffinesse und kippt ins Lächerliche. Schade drum, denn mit dieser deutschen Schauspieler-Riege wäre Größeres möglich gewesen.

Nach den Kinoerfolgen "Sonnenallee" (1999) und "NVA" (2005) ist "Leander Haußmanns Stasikomödie" der Abschluss von Haußmanns DDR-Trilogie, die das damalige Künstlerleben in Prenzlauer Berg abbildet und dabei nicht mit Anspielungen an das heutige Kulturverständnis spart. Über die Stasi und ihre Bespitzelungsmethoden soll hier gelacht werden. Das gelingt auch zum Teil, aber sich aller denkbar möglichen Klischees zu bedienen, hätte man sich sparen können.