Wer meint, es gäbe in Österreichs (zeitgenössischem) Filmschaffen keine queeren Filme, die sich mit LGBTIQ+-Themen auseinandersetzen - also Filme, die die Lebensrealität von Lesben, Schwulen, bi-, trans-, und intergeschlechtlichen, queeren Personen berücksichtigen -, der irrt. Das will die am 1. Juni startende Retrospektive "Queer Cinema in Austria" des Filmarchiv Austria unter Beweis stellen, die bis 19. Juni im Wiener Metrokino Kulturhaus zu sehen sein wird. Es geht um die "Spannungsfelder zwischen sexueller Identität und gesellschaftlicher Akzeptanz", wie die Kuratoren betonen. Am Spielplan stehen Filme wie "Siebzehn" (2017) von Monja Art, "In Between" (2009) von Rikke Kutzberger, "Der Papst ist kein Jeansboy" (2011) von Sobo Swobodnik oder "Boys Like Us" (2014) von Patrick Chiha. Als frühes Beispiel gleichgeschlechtlicher Liebe (so hätte man damals dazu gesagt) läuft Géza von Radványis Klassiker "Mädchen in Uniform" (1958), in dem es zu einem Kuss zwischen Romy Schneider und Lilli Palmer kommt, der seinerzeit für einen Skandal sorgte.

"Queer Cinema in Austria" ist der Auftakt eines umfassenden Projekts, das gemeinsam mit dem Institut für Theaterwissenschaft vor allem die Rezeptionsgeschichte queerer Filme in Österreich untersuchen soll.