Die Jugendliche Suzi lebt nach dem Tod ihrer Mutter gemeinsam mit ihrem Vater in einer ländlichen Gegend in Japan. Beide sind traumatisiert von ihrem Verlust, beide ziehen sich mit ihrem Schmerz von der Umwelt zurück. Sie leben zu zweit und doch alleine. Suzi hat ihre Leidenschaft, nämlich das Singen, aufgegeben, denn es erinnert sie an ihre Mutter. Sie hat sogar ihre Stimme verloren.

Bis Suzis Freundin Hiro ihr eine Welt vorstellt, in der "ein Neustart möglich ist", wirbt die "U"-App. Es ist eine virtuelle Welt, in der aus dem dunkelhaarigen, rundäugigen Schulmädchen ein Barbie-Puppen-Verschnitt wird, der nicht nur Belle heißt, sondern aufgrund ihrer Schönheit und ihrer wunderbaren Stimme zur Berühmtheit wird. Hier kennt die Fantasie keine inszenatorischen Grenzen. Natürlich gibt es Widersacher in Form eines machtlüsternen Polizisten oder auch eines mysteriösen roten Drachens, der Belles Beschützerinstinkte auslöst. Denn die Avatare bringen die Stärken und Schwächen zum Vorschein. Sagt zumindest die App.

Was nach "Die Schöne und das Biest" klingt, ist es teilweise auch. Mamoru Hosoda, Drehbuchautor und Regisseur dieser japanischen Mangaverfilmung, bedient sich einiger Klischees dieses Klassikers, verpackt diese aber in eine stimmige Geschichte zwischen Realität und fiktiver Welt, in der ausnahmsweise einmal die virtuelle etwas Positives für die reale Welt leisten kann. Dazwischen gibt es doch einige Längen und Tränendrüsendrücker mit viel Coming-Of-Age-Problemen.