Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Dieser Spruch ließe sich mühelos auf die Karriere von Nicolas Cage übertragen. Der hat einst in Perlen wie "Leaving Las Vegas" gespielt (und dafür den Oscar gewonnen), oder auch prächtige Einspielergebnisse in "The Rock" oder "Con Air" eingefahren. Das war in den 1990ern. Seither ist die Karriere des Coppola-Neffen stetig bergab gegangen - im letzten Jahrzehnt kurbelte Cage hastig gedrehte, qualitativ zweifelhafte B-Movies herunter, stets der Prämisse folgend, vor der Kamera möglichst überzuagieren.

Also: Genierer kennt Cage keinen mehr. Weshalb er sich wohl auch entschloss, mit seiner Karriere die Flucht nach vorne anzutreten und in "Massive Talent" eine fiktionale Version seiner selbst zu spielen. Als Nick Cage ist er ein Superstar, aber in Geldnöten. Deshalb nimmt er für eine Million Dollar den Auftrag an, auf Mallorca als Gast auf der Geburtstagsfeier des reichen Geschäftsmanns Javi Gutierrez (Pedro Pascal) aufzutreten. Nach seiner Ankunft in Spanien erwartet ihn allerdings eine Überraschung. Findet er sich doch plötzlich mitten in einer CIA-Mission wieder und soll für den Geheimdienst den angeblich skrupellosen Waffenhändler Javi zur Strecke bringen.

"Massive Talent" ist stellenweise herrlich selbstironisch, verrückt und von Cage auch mit viel Verve gespielt. Aber es hätte noch einen Tick verrückter sein können - Nicolas Cage hätte sich einen noch abgefahreneren Film durchaus verdient.