Es ist eigentlich ein Unglück, und Buzz hat gar keine andere Wahl, als zum Helden zu werden, um seine Raumschiffbesatzung wieder nach Hause bringen zu können. Denn der Space Ranger Buzz Lightyear (Stimme von Chris Evans) befindet sich mit seiner kommandierenden Offizierin und auch Freundin Alisha Hawthorne (Uzo Aduba) auf einem feindlichen Planeten, als ihr Mutterschiff nach einer Schlingpflanzen- und Monsterkäferattacke genau dort abstürzt. Die Devise lautet nun: das Beste daraus machen, eine Gemeinschaft aufbauen. Lightyear fühlt sich verantwortlich und startet eine Reihe von Testflügen, um die Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, die notwendig ist, um zurückzukehren.

Doch so einfach ist es nicht, denn jeder dieser Testflüge bringt das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinander. Aus 60 Sekunden werden vier Jahre, je näher er sich der erforderlichen Geschwindigkeit kommt, umso mehr Zeit vergeht auf dem Planeten. Nur Buzz altert nicht und findet sich irgendwann der Enkelin seiner Freundin Alisha gegenüber, die in der Zwischenzeit eine Frau geheiratet hat, einen Sohn bekam und wie viele der damaligen Mitstreiter bereits verstarb.

Bunter Haufen

Obwohl die neue Generation an kommandierenden Offizieren sich mit ihrem Schicksal ab- und auch zurechtgefunden hat, gibt Buzz nicht auf, lässt sich nicht beirren, und schließlich ist es seine Roboterkatze Socke, die ihm helfen wird. Aber nicht nur sie: Gemeinsam mit Buzz kämpfen Alishas intelligente Enkelin Izzy und noch zwei wenig ausgebildete Freiwillige, die aber im Lauf des Films zwar keine Space-Ranger-Qualitäten aufweisen, aber dafür andere Talente zeigen. Es ist ein lustiger, bunter Haufen, der unter Buzz‘ Kommando den bösen Roboter-Imperator zur Strecke bringen muss, der während seinem letzten Testflug aus dem All aufgetaucht ist und den Planeten terrorisiert.

Pixar-Liebe zum Detail

Vor beinahe 30 Jahren, nämlich 1995, startete Pixar die "Toy Story"-Reihe, die der erste komplett am Computer erstellte Animationsfilm fürs Kino war und Erfolgsgeschichte schrieb. "Lightyear" ist nun der kurzweilige Prequel-Ursprungsmythos für die Raumfahrerfigur Buzz Lightyear aus den "Toy Story"-Filmen. Zur Erklärung: 1995 bekommt Andy einen Spielzeug-Astronauten namens Buzz Lightyear geschenkt. Dieser ist die Action-Figur des Helden aus Andys Lieblingsstreifen, der wiederum der Film "Lightyear" ist. Eine solche Vorkenntnis der Filmreihe ist dennoch nicht nötig.

Die Pixar-Disney-Produktion hält auch diesmal, was in der "Toy Story" das Publikum begeisterte: Der Charakter des Buzz etwa, der sich vom dauerquatschenden Egoisten zum liebenswerten, die richtigen Entscheidungen treffenden Helden entwickelt. Oder auch Izzy, die mit ihrer Aufgabe über sich hinauswächst und Ängste überwindet. Dazu der auf Bewährung entlassene Darby und der ängstliche Fitnessfreak Mo sowie die Roboterkatze Socke sorgen für Komik, ein paar Tränen und ein paar Lebensweisheiten, die man in die Science-Fiction-Geschichte rund um Freundschaft, Verantwortung und ein Über-sich-Hinauswachsen hineininterpretieren kann.

Visuell ästhetisch aufbereitet mit der Pixar-Liebe zum Detail wird dieser Film vermutlich ein Kassenerfolg.