Beim Thema Kindesentführung und Keller-Gefängnis schießen hierzulande noch die Bilder der jüngeren Vergangenheit in die Köpfe der Menschen, die die grausamen Fälle Fritzl oder Priklopil monatelang hautnah über die Medien mitverfolgen mussten. Das Sujet eignet sich natürlich gut für das Horrorgenre, weshalb Scott Derrickson mit "Black Phone - Sprich nie mit Fremden" sein Publikum richtig das Fürchten lehrt.

Ethan Hawke ist bestialisch

Im Jahr 1978 versetzt der sogenannte "Grabber" eine Kleinstadt in Colorado in Angst und Schrecken. Immer wieder verschwinden Kinder spurlos. Die kleine Gewn (Madeleine McGraw) sieht den Entführer in ihren Träumen, wie er schwarze Luftballons an seine Opfer verschenkt, ehe er sie verschleppt, traut sich aber nichts sagen, weil ihr Vater, ein Trinker, sie dann schlägt. Als Gwens 13-jähriger Bruder Finney (Mason Thames) entführt wird, findet er sich in einem schalldichten Keller wieder, wo ihn der Grabber (bestialisch: Ethan Hawke) quält. Dort hängt ein schwarzes Telefon an einem durchgeschnittenen Kabel, das trotzdem immer läutet - die früheren Opfer des Entführers melden sich und wollen Finney ein ähnliches Schicksal ersparen.

Es gibt derzeit kaum einen Regisseur, der effektiver Angst erzeugen kann auf der Leinwand als Scott Derrickson; die Vorlage, eine Kurzgeschichte von Joe Hill, ist atmosphärisch bedrückend und maximal entrisch, Ehtan Hawke erweist sich als Top-Wahl für den sadistischen Kindesentführer.