Insider-Filme über das Filmemachen gibt es viele, auch solche, die sich satirisch, komisch, überdreht mit der Materie befassten; Truffauts "Eine amerikanische Nacht" und Godards "Die Verachtung" sind die großen Klassiker dieses Mini-Genres, das vielleicht nur Eingeweihten diesen unglaublichen Spaß macht. Denn wie es an einem Filmset zugeht, das wissen eben meist nur diejenigen, die dort schon einmal gearbeitet haben.

Nichtsdestotrotz gelingt es immer wieder, die Zuschauer beim Blick hinter die Kulissen des Filmbusiness köstlich zu amüsieren. Jüngstes Beispiel ist "Der beste Film aller Zeiten" der Argentinier Gaston Duprat und Mariano Cohn, dessen Originaltitel "Official Competition", eine Anspielung auf die von Filmfestivals wie Cannes oder Venedig verliehene "Auszeichnung", im offiziellen Wettbewerb geladen zu sein, viel besser umschreibt, als die deutsche "Übersetzung". Aber das ist ja oft so.

Der Film zeigt mit einem wunderbaren Ensemble in Form einer messerscharfen Satire, wie schnell die Welt an einem Filmset aus den Fugen geraten kann: Humberto Suárez (José Luis Gómez), ein milliardenschwerer Unternehmer, will sich auch künstlerisch verewigen und produziert einen Film. Er engagiert die exzentrische Regisseurin Lola Cuevas (Penelope Cruz), die wiederum ein Drama mit zwei Schauspielgrößen realisieren soll: Es spielen Félix Rivero (Antonio Banderas) und Iván Torres (Oscar Martinez). Der eine hält vom anderen nichts, und die ersten Leseproben werden zum Fiasko von Eitel- und Peinlichkeiten.

Während Ivan, der Bühnenstar, das Kino als banales Spektakel ablehnt, sind es schließlich genau solche Blockbuster, die Felix überhaupt erst zu seinem Weltruhm verholfen haben. Vielleicht stecken hinter Ivans Sticheleien am Ende womöglich doch nur Neid auf Felix’ Erfolg?

Regisseurin Lola lässt derlei Unruhe an ihrem Set gar nicht erst zu und bringt ihre Schauspieler an den Rand des Nervenzusammenbruchs, indem sie ihnen allerlei Prüfungen abverlangt, die zum Schreien komisch sind. Etwa eine Probe unter einem zentnerschweren Felsbrocken, der abzustürzen droht.

Filmbranche wird seziert

Lola beschließt, für ihr Projekt das Beste aus den Schauspielern herauszuholen, indem sie ihre Egos zerschmettert, was sie auf sehr buchstäbliche Weise tut. Die schauspielerischen Techniken und die egoistische Untergrabung, die wir hier sehen, finden häufiger hinter den Kulissen statt, als irgendjemand zugibt. Lolas Weigerung, Ivan über die erste Zeile des Drehbuchs hinauskommen zu lassen, bis er diese mit genau der richtigen Intonation sagt, ist von Cruz hingebungsvoll gespielt. Die Filmbranche seziert sich selbst, der Sarkasmus quillt aus jeder Ritze dieses Films im Film, der schließlich - nach einer quälenden Produktionshistorie - doch noch im offiziellen Wettbewerb eines A-Festivals landet. Es ist ein Spiegel für die Filmszene, der ganz schön unschön sein darf. Filmliebhaber werden viel zu genießen haben in diesem Film, der von drei fantastischen Schauspielern getragen wird, die mit Ideen von Ego und Unsicherheit um sich werfen, während sie Karikaturen von sich selbst spielen. Es sind drei sehr attraktive Stars, die man so noch nie gesehen hat.