France (Léa Seydoux) weiß sich zu inszenieren: "Setz mich ins Bild! Nimm mich von dort auf! Hast du das?", sind wohl die für wichtigsten und häufigsten Sätze der ehrgeizigen französischen TV-Moderatorin und Reporterin zu ihrem Kamerateam. France de Meurs nennt Politiker beim Vornamen, setzt den Präsidenten bei einer Pressekonferenz im Élysée-Palast gestylt und Vamp-mäßig unter Druck, jagt durch Kampfgebiete nach der perfekten Aufnahme und letztlich nach den höchsten TV-Quoten. France setzt die scheinbare Wirklichkeit glaubhaft in Bilder um, Berufsethos ist ihr ein Fremdwort. Sie ist neben ihrem Perfektionismus, ihrer Schönheit und ihren Outfits ein TV-Star und begehrtes Objekt der Selfiejäger, lebt in ihrer narzisstischen Blase, die durch ihre Assistentin Lou (hervorragend: Blanche Gardin) noch anwächst.

Steiniger Weg

Bis zu jenem Moment, in dem ein eigentlich banaler Autounfall ihr Leben ins Wanken bringt, sie etwa unkontrolliert vor der Kamera zu weinen beginnt, ihre Emotionen sie überrollen. Doch selbst Respektlosigkeit, Demütigung und ein schwerer Schicksalsschlag sind nur Steine auf ihrem Weg zu Macht, Geld und Anerkennung.

Regisseur Bruno Dumont zeigt eine unerbittliche Satire mit zahlreichen Klischees über die Medienwelt und ihre Player, arbeitet mit kalten Farben und zelebriert manch eine Szene mit unglaublichem Genuss. Léa Seydoux als Antiheldin beeindruckt.