Wenn einen wieder einmal ein putziges Tierchen angreint und man sich denkt: "Ach Gottchen, wie süß", dann sollte man besser auf der Hut sein. Denn nachdem man den neuen Animationsfilm "DC League of Super-Pets" gesehen hat, wird man so ein schnuckliges Meerschweinchen nicht mehr mit denselben Augen sehen. Denn es kann jederzeit sein, dass es hinter seinem flauschigen Körperchen eine Scherbe grünes Kryptonit hervorzieht und einen damit richtig schön außer Gefecht setzt. Gut, das ist zugegebenermaßen nur wirklich ein Problem, wenn man Superman ist. Oder sein Hund. Ja, Superman hat einen Hund, er heißt Krypto (oder mit dem Decknamen Bark Kent, was schon eine sehr hübsche Kombi mit Supermans Alias Clark Kent ergibt) und er hat auch einige praktische Superkräfte. Das wusste man bisher eigentlich nicht, aber wofür gibt es millionenschwere Superhelden-Franchises, wenn nicht etwas für die Zielgruppe unter zehn Jahren dabei ist? Also hat Superman jetzt einen Hund und die restliche Justice League hat auch neue Haustiere - aber das führt jetzt schon wieder zu weit. Obwohl einer der besten Gags in dem Film ist, dass Green Lantern erzählt, sie hatte mal einen Waschbären, aber da war der Beziehungsstatus problematisch, der dachte nämlich, die beiden wären ein Paar.

Aber zurück zu Lulu. Lulu ist das Meerschweinchen mit dem Kryptonit. In zweierlei Ausführungen. Das grüne macht Superman superkraftlos - und Krypto natürlich auch. Das orange Kryptonit wiederum verleiht Superkräfte. Aber nur Tieren. Das weiß Lulu aus dem Labor von Oberbösewicht Lex Luthor, wo sie einigen Experimenten ausgesetzt wurde und eine eher ungesunde Schwärmerei für den fiesen Glatzkopf entwickelt hat. Dort ist ihr auch ihr Fell ausgefallen, aber "mit meiner Figur kann ich das tragen". Nachdem Superman und Krypto sie aus diesem Labor befreit haben, dürstet sie in ihrem Tierheim-Käfig nach Rache. Und da trifft es sich gut, dass Lex Luthors oranges Kryptonit durch ungünstige Umstände in ebendiesem Tierheim landet.

Pfeilschnelle Schildkröte

Da befinden sich aber auch noch andere Tiere: der demoralisierte Hund Ace (er wird durch das Kryptonit unverwundbar), die salatfixierte Schildkröte Merton (sie wird pfeilschnell, was ihr erst zum Vorteil gereicht, als sie eine Brille bekommt), das nervöse Eichhörnchen Chip (kann mit Blitzen um sich werfen) und das Schwein PB (kann die Größe wechseln).

Mit ihnen allen tut sich Krypto zusammen, um sein entführtes Herrl und die ganzen anderen mit ihm eingesperrten Superhelden von Batman und Wonder Woman abwärts zu befreien.

Das ergibt ein unterhaltsames Abenteuer mit der brauchbaren Message, dass man sich nie nur auf einen einzigen Freund verlassen sollte. Dazu gibt es witzige Momente für alle, die immer schon die Tarnung von Superman albern fanden, Batmans empfindsame Seite bringt ein paar Lacher und selbst kapitalismuskritische Gags sind dabei, etwa wenn eine Schlagzeile auf der Zeitung lautet "Reicher Mann muss tatsächlich ins Gefängnis". Und es gibt ein Killerkätzchen. Also ein Film für die ganze Familie!