Unter freiem Himmel ist auf der Piazza Grande am Mittwochabend das 75. Internationale Filmfestival in Locarno eröffnet worden. Für gute Stimmung sorgte der außer Konkurrenz gezeigte Thriller "Bullet Train" (unsere Filmkritik finden Sie hier). Die Hauptrollen spielen Brad Pitt und Sandra Bullock.

An ihrer Seite agiert Aaron Taylor-Johnson ("Tenet"). Der britische Schauspieler wurde auf der Gala für seine vielfach bewiesene Wandlungsfähigkeit vom Sonnyboy bis zum Schurken mit dem "Excellence Award Davide Campari" ausgezeichnet.

Auch das österreichische Filmschaffen lässt heuer in Locarno aufhorchen. So ist der unermüdliche Dokumentarfilmer Nikolaus Geyrhalter mit "Matter out of Place" über den Müll und den Umgang der Menschheit damit ebenso im Internationalen Wettbewerb vertreten wie Ruth Mader. Die Wienerin feiert die Weltpremiere ihres Glaubensdramas "Serviam - Ich will dienen" mit Maria Dragus, die als Nonne in einem Mädcheninternat gegen den Untergang des Glaubens kämpft.

Zum 75. Jubiläum der Filmschau wird in Locarno zurück auf eine reiche Festivalgeschichte geblickt, aber - und das ist dem künstlerischen Leiter Giona A. Nazzaro besonders wichtig - auch in die Zukunft. "Wenn ein Festival in die Vergangenheit schaut, um sich selbst zu loben, ist es tot. Ein Festival braucht immer auch eine gewisse Unruhe, man muss fühlen, dass die Erde unter den Füßen bebt", sagt Nazzaro. "Locarno hat sich immer wieder die Frage nach der Zukunft gestellt und wie man die Zukunft gestalten will. Gerade in einer Zeit, in der die Film- und Kinowirtschaft grundsätzliche Veränderungen durchmacht. Die jungen Filmemacher sind die Filmemacher der Zukunft. Die jungen Filmemacher sind unsere DNA".

In dieselbe Richtung denkt auch Festival-Präsident Marco Solari: "Locarno soll unter den A-Festivals dieser Welt jenes bleiben, das am wendigsten auf Entwicklungen und Veränderungen reagieren kann". 

Bis zum 13. August zeigt das Festival insgesamt 226 Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme. Zum Jubiläum werden einige Sonderpreise für Glamour sorgen. Beispielsweise werden Hollywood-Star Matt Dillon ("Verrückt nach Mary") und die französische Schauspielerin Sophie Marceau ("La Boum - Die Fete") geehrt. Die griechisch-französische Regielegende Costa-Gavras ("Der Stellvertreter") soll im Laufe des bis zum 13. August dauernden Festivals für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden.