Das deutsche Filmdrama "Der Passfälscher" hat nicht nur vom Titel her Parallelen zu Stefan Ruzowitzkys Meisterwerk "Die Fälscher". Hier wie dort geht es um die wahren Geschichten künstlerisch begabter Juden, denen ihr Talent dabei half, die Bedrohung durch die Hitler-Diktatur zu überleben. Doch während der Ruzowitzky-Film 2008 einen Oscar gewann, hinterlässt "Der Passfälscher" einen etwas zwiespältigen Eindruck. Eine abenteuerliche Biografie wird allzu blass erzählt.

Louis Hofmann als "Der Passfälscher". - © Filmladen
Louis Hofmann als "Der Passfälscher". - © Filmladen

"Man kann sich nicht aussuchen, wonach einem das Herz schlägt", sagt der junge Berliner Cioma Schönhaus ("Dark"-Star Louis Hofmann). Eigentlich möchte er Künstler sein, aber die Zeiten sind nicht danach. Draußen tobt der Zweite Weltkrieg. Ciomas Eltern mussten den Sohn verlassen. Sie wurden "in den Osten geschickt".

Wegen seines Jobs in der Rüstungsindustrie bleibt der junge Mann (noch) unbehelligt von der Staatsmacht. Doch er begibt sich in Gefahr: Der hochbegabte Zeichner beginnt, für eine Untergrundgruppe Ausweise zu fälschen - womit er verfolgten Bürgern das Leben rettet. Zum Fälscher wird er auch in eigener Sache. Der lebenshungrige Cioma mag die Öffentlichkeit nicht meiden. Mal gibt er sich als Offizier und mal als Mann des Nazi-Apparats aus. Als sich eine Affäre mit der schönen Gerda (Luna Wedler) anbahnt, sagt er nicht nein.

Mit dieser grellen Mischung aus Mut, Gefahr und augenzwinkernder Hochstapelei bietet die Biografie des Cioma Schönhaus (1922 bis 2015) Material für ein überwältigendes Kino-Erlebnis. Die Autorin und Regisseurin Maggie Peren entschied sich allerdings für eine weichgespülte Erzählweise, die dem Film viel Wirkung nimmt. Die atemraubenden Erlebnisse des Titelhelden plätschern auf der Leinwand gemächlich dahin. So ist "Der Passfälscher" sehenswert und eine verpasste Chance zugleich.