Das heimische Filmschaffen hat in den letzten Jahrzehnten zwar etliche große Ehrungen einstreifen können - von Oscars und Goldenen Palmen zu internationalen Jury-Preisen reichen die Auszeichnungen für österreichische Spielfilme, und doch sind es vor allem die Dokumentarfilme aus Österreich, die die Branche prägen. Das zeichnet jetzt ein fast 700 Seiten starker Band des Filmarchiv Austria nach: "Österreich real: Dokumentarfilm 1981-2021" versammelt 25 Essays von bekannten Filmwissenschaftern und Journalisten zu unterschiedlichen Aspekten dieses Genres, das vor allem Zustände abbildet, anstatt sie zu fiktionalisieren. Wobei: Da gibt es im heimischen Kino auch durchaus künstlerisch hochwertige Mischformen und eigenwillige Zugänge mit Innovationscharakter.

"Österreich real". - © Filmarchiv
"Österreich real". - © Filmarchiv

Der Band begleitet eine noch bis 23. Dezember im Wiener Metrokino zu erlebende Filmschau des gleichen Titels, bei der familiäre Konstellationen vor der Kamera untersucht werden. "Ob beim gemeinsamen Urlaub oder Wiedersehen nach langer Zeit - rasch offenbaren sich Konflikte und Bedürfnisse, die so vielgestaltig sind wie die Filme und ihre Zugänge selbst", sagt Kurator Florian Widegger über die Schau, die Filme wie "Was uns bindet" von Ivette Löcker, "Meine keine Familie" von Paul-Julien Robert oder "Exile Family Movie" von Arash T.Riahi versammelt.

Das dazugehörige Buch bietet einen intensiven Tauchgang in die Tiefen des österreichischen Dokumentarfilms seit 1981, dem Beginn der heimischen Filmförderung, und ist dabei Nachdenk-Wälzer und Nachschlagewerk gleichermaßen. Ein Band, der für die Vielgestalt des Mediums sensibilisiert und es feiert.