Die Luft an der Spitze wird dünner, vor allem für die Streaming-Dienste: Die Platzhirschen Netflix und Amazon Prime Video sehen sich genau wie Disney+ mit immer mehr neuen Konkurrenten konfrontiert. Jüngster Zugang im Streamer-Club: Mit Paramount+ steigt ein weiteres US-Studio in den Ring um die Zuschauergunst.

Der Hintergrund: Anstatt die Lizenzen für die etablierten Portale zu vergeben, wollen die Studios die eigenen Filmtitel lieber selbst vermarkten, was ihnen höhere Profite einbringt. Der Nachteil: Für die Kunden wird es zusehends unübersichtlicher. Anstatt nur ein Abo für alle Filme anzuschaffen, müssen immer mehr Bezahldienste bestellt werden, um das Spektrum an hochwertigen Inhalten abzudecken. Seit der Gründung von Disney+ wanderten etwa viele Marvel- oder Star Wars-Produktionen von Netflix oder Amazon auf den Micky-Maus-Kanal, und jetzt schlägt Paramount+ mit seinen Top-Produktionen denselben Haken.

Ab 8. Dezember kann Paramount+ hierzulande als eigenständiger Dienst abonniert werden - für 7,99 Euro pro Monat. Dafür gibt es dann Blockbuster wie "Top Gun: Maverick" oder "Star Trek: Strange New Worlds" exklusiv zum Streamen. Auch die US-Dramaserie "Yellowstone" und deren Prequel "1883" sind zu sehen, ebenso die Serie "Super Pumped: The Battle for Uber" über die Geschichte des populären Mitfahrdienstes. Das erste deutschsprachig produzierte Highlight für den hiesigen Markt ist die tragikomische Serie "Der Scheich" (ab 22. Dezember) von Regisseur Dani Levy, in der sich ein braver Familienvater mithilfe einfallsreicher Lügen in den milliardenschweren Sprössling einer arabischen Dynastie verwandelt und die Züricher Finanzwelt auf den Kopf stellt. Zudem gibt es ein Wiedersehen mit "Beavis & Butthead", den kultigen Helden der MTV-Serie aus den 90ern, und Kinder kommen im "Paw Patrol"-Universum künftig bei Paramount+ auf ihre Kosten, 217 Serienepisoden und Kinofilme inklusive. Im Katalog sind weitere tausende Stunden Unterhaltung inkludiert.

Bei Sky Cinema schon dabei

Wer nicht extra für Paramount+ bezahlen will, der kommt als Kunde von Sky günstiger davon. Zumindest, wenn man das Sky Cinema Paket abonniert hat. Dann ist Paramount+ nämlich schon vom Start weg inkludiert - genau wie etwa auch der Dienst von Netflix. Paramount+ ist auch als App auf der Sky-Q-Plattform verfügbar.

Bei Sky sieht man diese Einbindung als Coup in Hinblick auf die eigene Strategie: "Mit der Integration von Paramount+ schaffen wir den ultimativen Mehrwert für alle Sky-Kunden mit einem Cinema Paket", sagt Evelyn Rothblum, bei Sky zuständig für Kooperationen. "Diese starke Partnerschaft mit Paramount ist ein Beleg für unsere Aggregrationsstrategie, indem wir die besten Inhalte der führenden Streamingdienste bequem unter einem Dach bündeln." Sky will so künftig vermehrt auch zu einer Art Dachangebot werden.

Für die immer neuen Streaming-Dienste wird die Auffächerung in noch mehr Sparten- und Studiokanäle jedenfalls auch zum Puzzlespiel für die User: Wer die Übersicht verliert, was wann wo zu sehen ist, landet möglicherweise wieder beim linearen Fernsehen. Das ist zumindest: bequem und gratis.