Aftersun. Die britische Regisseurin Charlotte Wells schildert in "Aftersun" die Chronologie eines langsamen Abschiedes. Darin gehen ein geschiedener Vater (Paul Mescal) und seine elfjährige Tochter Sophie (Ruby Thompson) Ende der 1990er Jahre auf Urlaub in der Türkei. Ihre neue Videokamera dokumentiert diese Reise, die vielleicht die letzte gemeinsame der beiden werden wird. Man genießt gemeinsam das Strandgefühl, geht baden, schnorcheln, relaxt unter der Sonne, und Sophie schnuppert erstmals in die nicht mehr allzu ferne Teenagerwelt. Die Liebe ist groß, auch wenn der Vater von einer Aura der Traurigkeit umgeben ist. Auf diese Zeit blickt in der Erzählung die erwachsene Sophie auf ihr früheres Ich zurück.

Wo ist Gott? Die Filmemacherin Sandra Gold porträtiert in ihrem Dokuprojekt "Wo ist Gott?" vier gläubige Menschen, die dem Judentum, Islam, Buddhismus und Christentum anhängen. Die vier Protagonisten erhalten darin ausführlich Raum, ihre Geschichten zu erzählen. Als zentrale Frage fungiert für die Regisseurin darin jene nach der Liebe. Wie haben sie gelernt, sich selbst zu lieben? Und wie halten sie es mit anderen? Es sind sehr universelle Fragen, die sich weit über die Grenzen der einzelnen Religionen hinweg stellen.

Ein Triumph. Etienne (Kad Merad) ist eigentlich passionierter Schauspieler. Und dennoch kommt er mit seiner Leidenschaft kaum über die Runden, fehlen ihm doch schlicht die einträglichen Rollenangebote. So übernimmt er in Emmanuel Courcols Spielfilm "Ein Triumph" die Leitung der Theatertruppe eines Gefängnisses. Er will der Bande neuen Schwung verleihen und mit ihr Samuel Becketts "Warten auf Godot" inszenieren. Warten haben die Insassen dieses Knasts schließlich im Blut. Etienne ist vom Talent seiner Schützlinge vollends beeindruckt. Ob des Erfolgs winkt sogar eine Tournee außerhalb der Mauern des Gefängnisses - was den Mitwirkenden einen zusätzlichen Anreiz verschafft.