Es ist eine erlesene Sammlung von Schrullis und freundlichen Wirrköpfen, die sich jetzt anschickt, von den Buchseiten aus Mariana Lekys Bestseller-Roman auf die Kinoleinwand zu übersiedeln. Alle sind sie Provinzler mit ungewöhnlichen Fähigkeiten. Selma (Corinna Harfouch) kann Todesfälle vorhersagen. Marlies (Rosalie Thomass) kann ohne schlechte Laune nicht existieren. Der Optiker (Karl Markovics) kann lieben wie kaum ein anderer, vermag seine Liebe aber nicht zu artikulieren. Und Luise (Luna Wedler) besitzt ein sehr spezielles Talent zum Schwindeln: Jedes Mal, wenn sie lügt, fällt ein Gegenstand zu Boden.

Die Darsteller widmen sich mit Inbrunst und großer Sensibilität der Aufgabe, ihre Figuren in dieser von Humanismus getragenen Tragikomödie mit prallem Leben zu füllen. Kompliment. Dazu gibt’s Bestnoten für die Optik: Autor/Regisseur Aron Lehmann lässt das Ensemble in einem idyllischen Ambiente agieren, das den Schauplatz, den Westerwald, zum Sehnsuchtsort macht.

Alles paletti also? Nein. "Was man von hier aus sehen kann" leidet nach starkem Start an einem Strukturproblem, das bei Literatur-Verfilmungen nicht selten auftritt. Die Handlung besitzt keinen Hauptstrang, und so entstand trotz vieler kleiner Dramen, die collagenhaft geschildert werden, ein Film, dem es massiv an Dramatik fehlt. Dass die skurrilen Figuren nach ihrer Einführung kaum noch eine Entwicklung durchmachen, lässt das Interesse an ihnen zusätzlich sinken.