Armut, die den Zuschauer mitleiden lässt; Verlust, der einem tief trifft und die Tränen in die Augen treibt. Und spätestens an dieser Stelle hat es Regisseur Adrian Goiginger geschafft: Der Zuseher ist gefangen. Und zwar mitten im Leben seines Urgroßvaters Franz Streitberger, der kein Mann der Worte oder gelebten Emotionen ist. Verständlich, aber das weiß man erst später.

Weil die Eltern den siebenjährigen Franz, das elfte Kind der beiden, in der Zwischenkriegszeit im Salzburger Pinzgau nicht durch den Winter bringen können, wird er an einen Bauern verschenkt. Sein Leben bedeutet nun: harte Arbeit, keine Zuneigung, aber die Hoffnung, dass ihn sein Vater (berührend: Karl Markovic) doch noch holen würde. Was nicht sein wird.

Von der Knechtschaft wechselt Franz (überzeugend: Simon Morzé) zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg und entkommt so der Armut, jedoch als Motorradbote nicht den Schrecken des Krieges und dem Trauma seiner Kindheit.

Erst in einem verwundeten jungen Fuchs, den er im Wald entdeckt und aufzieht, findet Franz einen Leidensgenossen und Freund, der im Beiwagen seiner Maschine mitreist. Der Welpe gibt ihm in dieser düsteren und grausamen Zeit Überlebenskraft und Sinn. Franz bemüht sich um den Fuchs genauso, wie er von seinem Vater behandelt werden wollte.

Goiginger geling ein emotionales, tiefgehendes Porträt, das in Sprache, Ausstattung und aufgrund der Darsteller überzeugt.