Da Lasseter nicht bei jedem Film die Regie selbst übernimmt, fungiert er in seiner Eigenschaft als Produzent gerne als Impulsgeber. Kreative anzuleiten sei unmöglich, ihnen eine Richtung zu geben dagegen ideal: "Aber sag ihnen nicht, wohin es genau gehen soll, das müssen sie selbst herausfinden. Das ist mein Prinzip."

John Lasseter wurde mit Trickfilmen berühmt, die zu 100 Prozent aus dem Computer stammen. Doch nachdem sich Disney vor einigen Jahren aus der klassischen 2D-Animation verabschiedet hatte, feierte diese Machart des handgezeichneten Trickfilms unter Lasseters Führung ein Comeback: 2009 brachte Disney mit "Küss den Frosch" erstmals seit "Die Kühe sind los" (2004) wieder einen traditionell animierten Film in die Kinos.

Trotz 3D-Trend kommt der klassische Trickfilm zurück


"Warum man mit der klassischen Animation aufhörte, verstand ich nicht. Es ist ja nicht so, dass alle Menschen nur noch Trickfilme aus dem Computer sehen wollen. Der entscheidende Punkt ist doch: Die Zuschauer wollen keine schlechten Filme sehen!", sagt Lasseter. "Es ist noch nie das Medium oder die Machart eines Filmes gewesen, das die Menschen in die Kinos getrieben hat. Es geht immer um gute Geschichten. Es geht um starke Charaktere. Diese Entscheidung haben wir bei Disney rückgängig gemacht. Das Studio, das einst Schneewittchen produziert hat, ist immer noch lebendig und wird klassische Filme machen."

Vorerst jedoch ist mit "Cars 2" wieder ein 3D-Spektakel aus dem Computer auf dem Spielplan. Und diesmal kennt die Farbenpracht kaum Grenzen, so bunt haben die Trickfilmer hier gearbeitet. Dagegen sehen sogar die Hemden von John Lasseter blass aus.