Helsinki. Der finnische Regisseur Aki Kaurismäki hat seinen jahrelangen  Boykott gegen die USA und die Oscar-Preise beendet. In einem Interview anlässlich der am 9. September bevorstehenden Kinopremiere seines neuesten Werks "Le Havre" sagte der 54-jährige Finne, jetzt wo die USA einen demokratischen Präsidenten und seine Truppen aus dem Irak zurückgezogen hätten, gebe es keinen Grund mehr für einen Boykott.

Kaurismäki sagte, er habe seiner Distributionsfirma Grünes Licht für eine mögliche Nominierung des bereits bei den diesjährigen Filmfeststpielen in Cannes gelaufenen Flüchtlingsdramas "Le Havre" als finnischen Oscar-Beitrag gegeben. Die finnische Jury entscheidet Mitte September aus einer Liste von derzeit 25 Vorschlägen, welchen Film sie in Hollywood für den Auslands-Oscar 2012 ins Rennen schicken will.

Kaurismäki hatte als Protest gegen den Irak-Krieg der USA und ihrer Verbündeten im März 2003 seinen damals von Finnland als Beitrag nominierten, davor in Cannes ausgezeichneten Film "Der Mann ohne Vergangenheit" angekündigt, der Oscar-Gala fernzubleiben, falls sein Film die begehrte Auszeichnung erhalten sollte.

Vor fünf Jahren erneuerte er seinen Boykott, als sein damals aktueller Streifen "Lichter der Vorstadt" wieder als finnischer Oscar-Kandidat ohne Kaurismäkis Zustimmung nominiert wurde. Die Jury in Helsinki zog ihre Nominierung darauf zurück und Finnland blieb ohne Oscar-Beitrag.