Wien. Daniel Brühl zählt zu den bekanntesten deutschen Jungschauspielern - seit seinem Auftritt in "Good Bye, Lenin" (2003) hat er eine breite Fangemeinde im deutschen Sprachraum. In den letzten Jahren hat der 33-jährige Brühl, der in Barcelona geboren wurde und dessen Mutter Spanierin ist, seine Karriere vermehrt nach Spanien verlegt, wo er dank etlicher Publikumserfolge mittlerweile ebenfalls als Star gefeiert wird.

Daniel Brühl über seine Rolle als Niki Lauda

Zu den beiden Karriere-Standbeinen kommt nach Brühls Kurzausflug nach Hollywood (er spielte eine kleine Rolle in Tarantinos "Inglourious Basterds") nun ein drittes hinzu: Brühl wird im Februar 2012 unter Anleitung von Hollywood-Regisseur Ron Howard ("A Beautiful Mind", "The Da Vinci Code") in der US-Großproduktion "Rush" niemand Geringeren als Niki Lauda verkörpern.

Darin soll nicht nur von Laudas fatalem Crash 1976 erzählt werden, sondern vor allem von seinem Konkurrenzverhältnis zu seinem Rivalen James Hunt, den Chris Hemsworth spielen wird. Das Drehbuch schrieb der in Wien lebende Brite Peter Morgan ("The Queen"), und auch Lauda selbst wird intensiv in das Projekt eingebunden. Die "Wiener Zeitung" hatte Gelegenheit, mit Daniel Brühl über das Großprojekt zu sprechen.

"Wiener Zeitung": Herr Brühl, wie weit sind die Vorbereitungen für Ihre Rolle als Niki Lauda schon gediehen?

Daniel Brühl: Ich war erst kürzlich bei einem Vintage-Autorennen am Nürburgring, wo ich Ron Howard getroffen habe, um mit ihm über das Projekt zu sprechen. Bei diesem Rennen fuhren genau jene alten Formel-1-Autos aus Laudas aktiver Zeit, um die es ja im Film gehen wird. Am liebsten würde ich diesen Wagen, den ich dann fahren werde, abkaufen. Wann kann man schon einen 70er-Jahre-Ferrari fahren? Das bricht mir das Herz, wenn ich den dann dort lassen müsste.

Nehmen Sie ihn doch mit nach Berlin.

Nach Berlin? Nein, dort werden die Autos ja nur abgefackelt. Und das wäre dann echt ärgerlich (lacht).

Haben Sie Niki Lauda schon getroffen?

Noch nicht, aber ein Treffen mit Lauda steht jetzt auf jeden Fall bald an. Aber ich habe gehört, er freut sich drauf und auch darüber, dass ich ihn spielen werde. Ich habe von der amerikanischen Produktion tonnenweise Filme bekommen, die ich mir anschauen soll, wo teilweise sehr lustige und spannende Aufnahmen dabei sind. Da sieht man, wie cool Lauda schon in den 70er Jahren war, wie gelassen er Interviews gab.