Berlin.

Der deutsche Schauspieler Till Schweiger weiß noch nicht, ob er wirklich Tatort-Kommissar werden will. - © APAweb / Philipp Guelland/dapd
Der deutsche Schauspieler Till Schweiger weiß noch nicht, ob er wirklich Tatort-Kommissar werden will. - © APAweb / Philipp Guelland/dapd
Schauspieler und Filmemacher Til Schweiger lässt eine mögliche Zukunft als Hamburger "Tatort"-Kommissar weiter offen. "Ich kommentiere nach wie vor keine Gerüchte", sagte er am Dienstagabend am Rande der "Querdenker"-Preisverleihung in Grünwald bei München. Und die Spekulationen über ein mögliches Engagement für den ARD-Krimi seien weiterhin nur Gerüchte. "Sonst würde ich ja sagen: Ey, super, ich freu mich drauf." Er sei zwar nach Hamburg gezogen, das habe aber nichts mit dem "Tatort" zu tun.

  Ein großer Fan der Fernsehserie ist Schweiger noch nicht. "Ich bin jemand, der generell kaum Fernsehen guckt", sagte er. "Als ich früher in der Lindenstraße war, hab ich das nur geguckt, weil ich wusste, ich bin dabei." Als Bestätigung brauche er den Job als Fernsehkommissar auch nicht. "Es lief vorher schon die ganze Zeit supergut für mich. Berufsmäßig läuft es super für mich - schon seit 20 Jahren", betonte er. "Ich hab so viele geile Filme gemacht im Kino, die so viele Millionen gesehen haben. Also für mein Ego brauche ich das nicht."

  Die teils heftigen und zum Teil negativen Reaktionen des Publikums auf einen möglichen "Tatort"-Kommissar Schweiger störten ihn nicht, sagte er - im Gegenteil. "So vehemente Reaktionen sind eher etwas Positives als etwas Negatives. Wenn es keinen interessieren würde, wäre es ja auch blöd."

Jo Zenker der Lindestraße

Bereits Ende Sommer hatte der "Spiegel" berichtet, dass Schweiger den Hamburger "Tatort" als Kommissar übernehmen soll. Zu der Hansestadt hat er eine private Bindung: 2004 zog er mit seiner Frau Dana und den gemeinsamen vier Kindern aus den USA in die Hansestadt. Nach der Trennung des Paares verließ Schweiger Hamburg zwar wieder, seine Familie lebt aber weiter dort.

Schweiger hatte 1990 seine Schauspielkarriere als Jo Zenker in der ARD-Serie "Lindenstraße" gestartet, mittlerweile ist er eine fixe Größe in der deutschen Filmwelt. Derzeit ist er erfolgreich mit dem zweiten Teil der Komödie "Männerherzen" in den Kinos, demnächst ist er in einer Nebenrolle in der Hollywoodproduktion "New Year's Eve" zu sehen. In den vergangenen Jahren machte er sich außer als Schauspieler auch einen Namen als Drehbuchautor und Regisseur. Seine Komödien "Keinohrhasen", "Zweiohrküken" und in diesem Jahr "Kokowääh" wurden zu Kassenerfolgen. Auch in "Inglourious Basterds" von Quentin Tarantino feierte er einen Erfolg mit einer Nebenrolle. Schweiger gilt angesichts seiner Beliebtheit beim Publikum als einer der erfolgreichsten deutschen Schauspieler.

Quoten

Dass die Rolle des Hamburger Ermittlers neu besetzt werden muss, steht bereits seit März fest. Damals erklärte der NDR, dass Mehmet Kurtulus seine Rolle als verdeckter Ermittler Cenk Batu auf eigenen Wunsch aufgeben will. Der letzte Fall mit Cenk Batu ist bereits gedreht und soll im kommenden Frühjahr ausgestrahlt werden. Laut "Bild" sollen dann ab dem Frühsommer die Dreharbeiten mit Schweiger als Kommissar beginnen.

Die Rolle des Cenk Batu wurde von Kritikern mit viel Lob bedacht. Beim Publikum floppte die Figur allerdings: Nach einer Auswertung des Branchendienstes Meedia vom März rangierte Cenk Batu unter allen 16 "Tatort"-Kommissaren mit im Schnitt unter sieben Millionen Zuschauern mit Abstand auf dem letzten Platz. Das erfolgreichste "Tatort"-Gespann, die Münsteraner Ermittler Kommissar Thiel und Professor Boerne, locken im Schnitt über drei Millionen Zuschauer mehr vor den Fernseher. Für den österreichischen "Tatort" ermittelt Harald Krassnitzer als Kommissar Moritz Eisner in Wien.