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Achse des Bösen

(fan) Ein wenig spät, aber nicht minder aufrührend und nach wie vor aktuell, wird der von der Bush-Administration ausgerufene ominöse "War on Terror" filmisch zerpflückt. Woran man im Zuge dessen erinnert wird, ist immer noch unglaublich. Wie einfach, radikal und ohne jede Scham die Machthaber mit fadenscheinigen Argumenten von "illegalen Feindkämpfern" oder "erweiterten Verhörmethoden" rechtsstaatliche Prinzipien außer Kraft gesetzt haben.

Dabei handelt diese Doku von Guantanamo, der Entführung von Verdächtigen bis hin zu nachweisbaren US-Kriegsverbrechen. Den möglichen Vorwurf der Einseitigkeit entkräftet der Film durch ein Bush-Zitat, als er auf die Anordnung der "Waterboarding"-Folter angesprochen wurde: "Ich würde es wieder so machen."

War on Terror, Ö 2011
Regie: Sebastian J. F.


New Yorks Neujahr

(fan) Wenn man mit dem Valentinstag im Film Geld machen kann, warum dann nicht auch mit dem sowieso längst konsumgeschwängerten Silvester? Noch dazu, wo dabei eine ganze Menge an Product Placements herausspringen.

Das könnte sich Regisseur Garry Marshall wohl bei dieser schwachen Komödie gedacht haben. In "Shortcut"-Manier werden Liebesgeschichten von Menschen in New York miteinander verwoben. Diesmal gar zwanzig. Dazu wird ein Reigen an Stars aufgeboten, um die hanebüchenen Mainstream-Episoden glanzvoller rüberzubringen. Was vordergründig als "Panorama der Großstadt" angepriesen wird, kann leidlich gut unterhalten, vorausgesetzt man stellt keine höheren Ansprüche.

Happy New Year, USA 2011
Regie: Garry Marshall Mit Jessica Biel, Robert De Niro, Michelle Pfeiffer, Hilary Swank

Südstaatenpathos

(fan) In einem Südstaaten-Kaff anno 1960 herrschen Rassismus, Vorurteile und die einschlägigen Frauenvereine. Bis eine junge Nachwuchsautorin schwarze Hausmädchen über ihre inneren Widerstände und Lebensläufe befragt. Dies wird zum Auftakt der Bürgerrechtsbewegung.

Diese Bestsellerverfilmung klebt picksüß an Pathos und Klischees fest, überspült von einem Schmacht-Soundtrack. Es gehören schon einige Kunststücke dazu, ein solch ernstes, tragisches und noch immer nicht völlig ausgestandenes Thema derart optimistisch und mit solchem Wohlfühlfaktor auszustatten. Damit wird wohl nach einem Oscar geschielt. Erträglich machen den Film trotz allem die erstaunlichen Schauspielerinnen, die ein weit besseres Buch verdient hätten.

The Help, USA 2011
Regie: Tate Taylor Mit Emma Stone, Viola Davis