"Wuthering Heights" von Andrea Arnold ist einer der Eröffnungsfilme des Festivals.
"Wuthering Heights" von Andrea Arnold ist einer der Eröffnungsfilme des Festivals.

Linz. Aktuelle Strömungen des europäischen Kinos aufzugreifen, ist seit 2004 das Ziel des Filmfestivals Crossing Europe in Linz. Bereits zum neunten Mal bietet es vom 24. bis 29. April Filme zu gesellschaftspolitischen Themen quer durch alle Problemfelder, von der Arbeitswelt bis in die Kernzelle unserer Gesellschaft, die Familie. 146 Film-Produktionen in den Bereichen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, davon 96 Österreich-Pemieren, hat Festivaldirektorin Christine Dollhofer dieses Jahr ausgewählt. In einem Wettbewerb und zahlreichen Sonderprogrammen und Nebenreihen fächert sich das Angebot aus insgesamt 43 Ländern spezialisierter auf. Im neun Filme umfassenden Wettbewerb von ersten oder zweiten Werken junger Filmkünstler stechen heuer zwei Arbeiten hervor, die bemerkenswerte Frauenfiguren auf die Leinwand bringen: "Louise Wimmer" (F 2011) schildert ebenso wie "Marilivit Tetri" (GE 2011) den Überlebenskampf von Frauen in sozial kälter werdenden Gesellschaften.


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Crossing Europe
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Programm-Highlights


Mit "Wuthering Heights" der Britin Andrea Arnold, "Hors Satan" des Franzosen Bruno Dumont und "The Turin Hourse" des Ungarn Bela Tarr zeigt Crossing Europe einige Beiträge der Festivals aus Venedig, Cannes und Berlin. Einige Dokumentarfilme des Programms arbeiten sich an aktuellen Krisenherden und Revolutionen ab, etwa "Libya Hurra" des Österreichers Fritz Ofner, der den Arabischen Frühling mit seiner Kamera begleitete.

Besonders die Reihe "Local Artists" ist ein Aushängeschild für die Festivalförderer: "Gerade in Oberösterreich ist das kreative Filmschaffen sehr spannend, auch durch den starken Einfluss von Kunstuni und Hagenberg", sagt Festivalleiterin Dollhofer. "Seit wir die Local Artist‘-Schiene führen, steigen die Einreichungen, heuer waren es 200." Darunter die Doku "Attwenger Fluxgigs", gefilmt mit einer Handykamera des Schlagzeugers Markus Binder, ein schillerndes Porträt der Band. Oder "Holy Waters" von David Gross, der über die Bedeutung des Wassers sinniert.

Finanziell muss das Festival nach dem Ausstieg des Hauptsponsors A1 heuer den Gürtel enger schnallen. Man liege "deutlich unter dem sonstigen Budget von 500.000 Euro", sagt Dollhofer. Für 2013, wenn Crossing Europe zehn Jahre alt wird, erhofft sich Dollhofer neue Sponsoren. "Wir haben seit Beginn unsere Besucherzahlen verdoppelt, können uns dieses Wachstum aber eigentlich gar nicht leisten."