Florian David Fitz spielt in "Die Vermessung der Welt" den Mathematiker Carl Friedrich Gauß . - © Filmladen
Florian David Fitz spielt in "Die Vermessung der Welt" den Mathematiker Carl Friedrich Gauß . - © Filmladen

Mit der Verfilmung von "Die Vermessung der Welt" hat sich der deutsche Regisseur, Schauspieler und Bauernhofbesitzer Detlev Buck einen Schulterklopfer verdient, wie er sagt. Den Bestseller in 3D vor allem an den Drehorten in Ecuador umzusetzen, war kein leichtes Unterfangen. Warum Buck schon überlegt hatte, die Verfilmung wieder abzugeben, und was Johnny Depp mit der ganzen Sache zu tun hat, verriet er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".

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"Wiener Zeitung": Wie sind Sie dazu gekommen, dieses Buch zu verfilmen?

Detlev Buck: Schon als ich die erste Seite davon gelesen habe, bevor es ein Bestseller war, dachte ich: Das ist mein nächster Film. Das ist ein frischer, freier Griff auf eine ganz andere Zeit, aber auch darauf, Genies beizukommen, auf eine menschliche Art. Als das Buch sich dann zu solch einem Erfolg mauserte, wurde mir aber doch etwas angst und bange, und ich wollte das Filmprojekt als Regisseur überhaupt abgeben. Aber wir haben dann doch neu Fahrwasser aufgenommen, und ich bin wirklich beeindruckt, dass der Film überhaupt fertig geworden ist. Das ist einen Schulterklopfer wert, an alle.

Sie spielen auch selbst immer wieder gern in Filmen. Kann ein Regisseur sein Ego besser ausleben als ein Schauspieler?

Das kommt darauf an. Ein Star definiert einen Film oft mehr als ein Regisseur. Film ist ein Machtgefüge. Ich hatte auch Johnny Depp dieses Drehbuch gegeben, ich dachte, als Humboldt könnte man ihn eventuell besetzen. Aber damit wäre das ganze Flugzeug natürlich in eine Schräglage gekommen. Ich weiß nicht, wie der sich eingefügt hätte.

Und wenn Sie selbst vor der Kamera stehen?

Man besetzt mich gern für Rollen, ich denen ich eine Uniform tragen muss.

Steht Ihnen das so gut?

Ich habe offenbar eine sogenannte Uniform-Fresse, damit habe ich, glaube ich, die meisten meiner Rollen gekriegt.

Hier haben Sie einen Abenteuerfilm versucht - wie steht es denn um den deutschen Genre-Film abseits der Komödie?

Genre-Film findet in Deutschland praktisch nicht statt. Was der Zuseher nicht sehen will, wird nicht produziert. Für einen Actionfilm haben wir einfach zu wenig Budget, um in Konkurrenz mit einer Hollywood-Produktion zu treten, und es will einfach niemand einen Action-Film ohne Explosionen oder spektakuläre Verfolgungsjagden sehen. Ich bin selbst ein ungeduldiger Zuseher und mir wird schnell fad. Wenn ich einen Film mache, versuche ich, das zu vermeiden.