Der große Stummfilmkomiker Buster Keaton (1895 bis 1966) wird im Österreichischen Filmmuseum mit einer umfangreichen Retrospektive (noch bis 9. Jänner) mit allen Lang- und seinen unübertroffenen Kurzkomödien gewürdigt. Nun werden ab 15. Dezember Keaton weitere zeitgenössische Komiker wie Harold Lloyd, Charles Chaplin und die Marx Brothers gegenübergestellt.

Buster Keaton mit typischer Miene im Stummfilm "Sherlock Jr." (1924). - © Foto: Filmmuseum
Buster Keaton mit typischer Miene im Stummfilm "Sherlock Jr." (1924). - © Foto: Filmmuseum

Von Buster Keaton, dem Mann mit der versteinerten Miene, sind die berühmten Langfilme wie "Three Ages" (1923) oder "The Cameraman" (1928) und eben auch auch zahlreiche seiner Kurzkomödien zu sehen.
Auch der Langfilm "Der General" (1926), die meisterhafte Komödie von und mit Buster Keaton (als Lokführer einer "General" genannten Dampflok), die ein Feuerwerk an Situationskomik aufbietet (zu sehen am Montag, 17. Dezember, 20 Uhr, und am Mittwoch, 9. Jänner, 18.30 Uhr).

Buster Keaton stand bereits als Kind auf der Bühne und kam über die Vaudeville-Tradition zum Film. Seinen ersten Auftritt hatte er im Streifen "The Butcher Boy" (1917) und lernte dort und danach rasch das Handwerk.

Erfolg mit versteinerter Miene


Anfangs noch ausschließlich als Schauspieler aktiv, stellten sich mit Understatement und trockener Unerschütterlichkeit Erfolge ein. Keatons Spitzname "das große steinerne Gesicht" für sein niemals lächelndes Antlitz rührt aus dieser Zeit her. Klaus Nüchtern nähert sich in seinem eben zu der Retrospektive erschienenen Buch "Buster Keaton oder die Liebe zur Geometrie" dem Phänomen: Die versteinerte Miene sei die Einladung zu solidarischem Lachen und zu einer nicht-triumphalen Freude. Dies sei der Kern des Erfolgs.

Keaton weitete sein Gebiet aber bald aus und wurde auch als Regisseur aktiv, letztlich zum völligen Autorenfilmer. 1923 folgte der erste Langspielfilm "Our Hospitality" (Dienstag, 16. Dezember, 20.30 Uhr). Die versuchte Eingliederung ins Studiosystem misslang allerdings: Mit dem Übergang zum Tonfilm wurde Buster Keaton bald in Routineproduktionen verheizt.

Letzte Rolle bei Richard Lester


Er begann zu trinken und scheiterte mit zwei Ehen, bevor er letztlich gefeuert wurde. Mit Kleinstrollen und als Gag-Schreiber hielt er sich über Wasser, bis er 1966 an Lungenkrebs starb.

Unbeschreibliche Szene mit Harold Lloyd in "Safety Last!", 1923. - © Foto: Filmmuseum
Unbeschreibliche Szene mit Harold Lloyd in "Safety Last!", 1923. - © Foto: Filmmuseum

Davor spielte er noch im selben Jahr eine kleine Rolle in Richard Lesters Filmkomödie "A Funny Thing Happened on the Way to the Forum".

Die Parallelreihe "Beyond Buster - Amerikanische Filmkomiker 1923 bis 1936" macht einen Abstecher in die Blütezeit der US-Kinokomik: mit rund 30 Kurz- und Langfilmen sowie dem Ziel, Buster Keatons Laufbahn und seine Leistungen im Kontext zu betrachten. Da warten dann Kaliber wie Harald Lloyd und Charles Chaplin auf das Publikum sowie die Klassiker von Stan Laurel und Oliver Hardy. Und die zwischen Weihnachten und Neujahr üblichen Marx-Brothers-Filme fügen sich da gut ein, unter anderen "A Night at the Opera", 1935 (Donnerstag, 27. Dezember, 18.30 Uhr, Sonntag, 30. Dezember, 20.15 Uhr).(as)