• vom 14.05.2013, 15:59 Uhr

Film

Update: 08.05.2014, 12:50 Uhr

Leonardo DiCaprio

Es fließt, was brodeln sollte




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Von Alexandra Zawia und Matthias Greuling

  • In Cannes eröffnen die 66. Filmfestspiele mit "Der große Gatsby"
  • Filmfestspiele in Cannes setzen auf Nummer sicher anstatt auf Innovationen.

Omnipräsente Festspiele: Poster des Eröffnungsfilms "The Great Gatsby" am Carlton Hotel.

Omnipräsente Festspiele: Poster des Eröffnungsfilms "The Great Gatsby" am Carlton Hotel.© reuters Omnipräsente Festspiele: Poster des Eröffnungsfilms "The Great Gatsby" am Carlton Hotel.© reuters

Cannes. Ein wenig irritierend wirkt es immer noch: Das prestigeträchtigste Festival der Welt eröffnet heute tatsächlich nicht mit einer Weltpremiere. Stattdessen: ein Zugeständnis an die Prinzipien des Marketing, dass die US-Hollywood-Produktion "Der große Gatsby" die Filmschau inauguriert, obwohl der Film von Baz Luhrman mittlerweile bereits in einigen Ländern gestartet ist. Doch ein Leonardo DiCaprio auf dem roten Teppich ist eben Goldes - sprich: weltweite Medienberichterstattung - wert, Exklusivrecht hin oder her. Und derweil träumt Luhrmann bereits laut von einer Art Sequel: Er würde gerne, ebenfalls mit DiCaprio in der Hauptrolle, "Hamlet" verfilmen, weil für ihn Gatsby praktisch der amerikanische Hamlet sei.


Das Recht der ersten Nacht

Aber nicht nur auf das Recht der ersten Nacht verzichtet Cannes dieses Jahr, auch einige seiner wiederkehrenden Enfant terribles fehlen. Ob seines Nazi-Sagers war etwa der dänische Regisseur Lars von Trier (nur) "2011 eine persona non grata", so Festival-Direktor Thierry Frémaux, doch auch 2013 bleibt er der Croisette fern; sein neuer Film "Nymphomaniac" sei "nicht rechtzeitig fertig" geworden, hieß es schon Monate vor Festivalbeginn von der Produktionsfirma Zentropa. Und Pedro Almodóvar brachte aus irgendwelchen Gründen seine schrille Flugzeug-Komödie "Fliegende Liebende" lieber beim Filmfestival in Istanbul zur Uraufführung. Andere Stammgäste jedoch bleiben Cannes treu, vermutlich auch, weil sie regelmäßig ins Wettbewerbsprogramm gehoben werden. So etwa die Goldene-Palmen-Gewinner Joel und Ethan Coen, nun bereits zum neunten Mal an der Croisette, diesmal mit ihrem Folk-Musiker-Biopic "Inside Llewyn Davis".

Schon das siebte Mal in Cannes ist auch Jim Jarmusch: Seine neue Arbeit "Only Lovers Left Alive" ist ein Vampir-Drama mit Tilda Swinton. Steven Soderbergh dagegen, der 1989 mit seinem Film "Sex, Lies and Videotape" die Goldene Palme gewann, will seine Karriere heuer mit seinem - ebenfalls im Wettbewerb laufenden - (definitiv?) letzten Film "Behind the Canelabra" seine Karriere als Filmregisseur beenden. Die Liebesgeschichte des homosexuellen Pianisten Liberace wollte trotz Starbesetzung mit Michael Douglas und Matt Damon schon kein Studio mehr finanzieren, also hat Soderbergh sie kurzerhand als TV-Film für HBO realisiert. Dass die Arbeit nun trotzdem im Wettbewerb läuft, spricht zumindest theoretisch dafür, dass sie es verdient hat.

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Dokument erstellt am 2013-05-14 16:02:04
Letzte Änderung am 2014-05-08 12:50:07


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