"Du willst mein Märchenprinz sein?" Szene des Eröffnungsfilms "Eastalgia". - © Foto: Verleih
"Du willst mein Märchenprinz sein?" Szene des Eröffnungsfilms "Eastalgia". - © Foto: Verleih

Großartiges Kino aus Mittel- und Osteuropa zu zeigen haben sich die Organisatoren, voran die beiden Gründer und Festivalleiter Magdalena Zelasko und Wolfgang P. Schwelle, vorgenommen, dies bekräftigt auch der Untertitel der Festivalbezeichnung. Der Festivaltitel selbst - "Let’s CEE" - ist ein Wortspiel (Let’s see), das sich an die englische Abkürzung CEE für Mittel- und Osteuropa (Central and Eastern Europe) anlehnt.

In neun Tagen präsentiert das Festival rund 50 Filme aus Mittel- und Osteuropa. Auf der Gästeliste finden sich auch drei Oscar-Preisträger: Branko Lustig (Produzent von "Schindlers Liste") aus Kroatien, Filmausstatter Allan Starski aus Polen (der in Wien eine Master-
class hält) und Regisseur István Szabó aus Ungarn, vertreten im Wettbewerb.

Panzerkreuzer mit Live-Musik


Zu Highlights des Festivals zählen die Vorführung von "Schindlers Liste" anlässlich des 20. Jubiläums der Weltpremiere, die Retrospektiven von Alexander Sokurov (Goldener Löwe der Filmfestspiele Venedig 2011 für "Faust") und des slowenischen Regisseurs Damjan Kozole sowie eine mit Live-Musik der Turbo-Polka-Band Russkaja begleitete Aufführung des Filmklassikers "Panzerkreuzer Potemkin" (1925) von Sergej Eisenstein (Gartenbau-Kino).

Der Start des Festivals am 13. September fällt auf den internationalen "Tag des positiven Denkens", teilten die Organisatoren mit. Das mag ein hilfreiches Omen sein, denn, wie man hört, bekommt das Festival bisher keinerlei Unterstützung seitens der öffentlichen Hand. Was einen wundert, füllt doch dieses neue Festival eine in den letzen Jahren schmerzlich aufgerissene Lücke. Waren in früheren Jahren etwa beim Wiener Filmfestival Viennale immer wieder Filme aus den damaligen "Ländern des Ostblocks" zu sehen fehlt nun der filmische Blick in die unmittelbare Umgebung weitgehend.

Master Classes werden in Kooperation mit der nach Andrzej Wajda (Bild) benannten Filmschule realisiert. - © Foto: Let’s CEE
Master Classes werden in Kooperation mit der nach Andrzej Wajda (Bild) benannten Filmschule realisiert. - © Foto: Let’s CEE

Martina Gedeck und Helen Mirren


Regisseur Istvan Szabo, der mit "Mephisto" (mit Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle) 1982 einen Oscar nach Ungarn holte, kommt mit dem jüngsten Film "Hinter der Tür" (mit Martina Gedeck und Helen Mirren) nach Wien. Weitere Wettbewerbsbeiträge: Adrian Sitarus "Domestic" und Malgoska Szumowskas "In the Name of".

Bis 21. September werden 50 Produktionen in der Urania und im Actors Studio zu sehen sein, so Festivaldirektorin Zelasko. Erstmals gibt es auch einen Wettbewerb für zehn Kurzfilme, die sich speziell mit dem Thema Zivilgesellschaft auseinandersetzen. Zur Eröffnung wird die ukrainisch-serbisch-deutsche Koproduktion "Eastalgia" von Daria Onyshchenko gezeigt, in der auch die Österreicher Karl Markovics und Georg Friedrich agieren (Freitag, den 13. September, 22.30 Uhr, Urania; Wh. Samstag, Sonntag im Actors-Kino).

Drei Städte (München, Kiew, Belgrad) und drei ineinander verwobene Liebesgeschichten sind Hauptthema des Dramas. Die Ukrainerin Ruslana (Nina Nizheradze) ist in ihren besten Jahren und lebt allein und einsam in München. Sie spricht schlecht Deutsch und fällt wieder einmal beim Sprachtest durch. Abends passiert ihr auch noch ein Rohrbruch. Zum Glück kommt ihr der serbische Nachbar Vladan (Karl Markovics) zu Hilfe, repariert das Rohr - und erobert ihr Herz. (as)

Filmfestival "Let’s CEE"
von 13. bis 21. September in den Wiener Kinos Actors und Urania. Karten gibt es unter www.oeticket.com oder www.letsceefilmfestival.com sowie ab Festivalbeginn an den Kinokassen.