Damit wären wir bei Wie. Ist Ihnen der österreichische Dialekt schwer gefallen? Ist es leichter, ihn auf Englisch zu spielen als auf Deutsch?

Verwandlung: Daniel Brühl als Niki Lauda in "Rush". - © Foto: Constantin
Verwandlung: Daniel Brühl als Niki Lauda in "Rush". - © Foto: Constantin

Tatsächlich tat ich mir in den Originalszenen, die im Film auf Deutsch gesprochen sind, wirklich viel schwerer, weil da jeder deutschsprachige Zuschauer die Nuancen genau heraushört. Es hat letztlich geklappt, aber es war ein verdammt langer Weg. Ich hatte vor dem Dreh einen Monat in Wien verbracht, im Hotel Alt-Wien, mit der grandiosen Susi Stach, die mein Dialekt-Coach war. Nach zwei Tagen fühlte ich mich schon so sicher, dass ich mein Österreichisch in der Praxis ausprobieren wollte - aber man hat mich sofort enttarnt. So einen spezifischen Dialekt zu erlernen, dauert einfach. Meine Gespräche mit Niki waren sehr hilfreich, denn dadurch konnte ich seine Stimmlage besser kennenlernen.

Was sagt Niki Lauda denn über Ihre Performance?

Niki zeigte sich begeistert und schrieb mir eine rührende SMS nach der Premiere, was eine riesengroße Entlastung für mich war. Er hat sich durch den Film auch sehr geöffnet. Er sagt zwar weiterhin, er habe keine Freunde, und ich werde mir auch nicht anmaßen, der erste zu werden, aber ich glaube, diese Beziehung wird sich auch über den Film hinaus erhalten.

Ist es anders, eine tatsächlich existierende Figur zu spielen als einen fiktionalen Charakter? Noch dazu, wo es von Lauda so ungemein viel Material für die Recherche gibt. Erschlägt einen das irgendwann?

Man muss an einen Punkt kommen, an dem man in diesem Wust an Informationen auch Dinge weglässt. Ich konnte relativ gut filtern, was ich brauchte, und was nicht. Du kannst als Schauspieler nur hoffen, eine gute Beziehung zu der Quelle zu haben. Hätte ich kein gutes Verhältnis zu Niki aufbauen können, wäre dieser Film sehr problematisch für mich gewesen. Denn ich hatte natürlich 1000 Fragen, auch über intime Details wie Todesnähe, Ängste und Eitelkeiten. Da war Niki glücklicherweise so offen und hat mir alles beantwortet. Es wäre ja auch möglich gewesen, dass er mich nicht hätte leiden können.

Was hätten Sie in diesem Fall gemacht?

Ich hätte den Film wohl trotzdem gemacht. Nur wäre er dann vermutlich nicht so gut geworden.