Das ehemalige Model Milla Jovovich mag Premieren nicht, weil sie sich selbst nicht gerne auf der Leinwand sieht. - © Katharina Sartena
Das ehemalige Model Milla Jovovich mag Premieren nicht, weil sie sich selbst nicht gerne auf der Leinwand sieht. - © Katharina Sartena

"Shakespeare", sagt Milla Jovovich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung", "hat uns universell gültige, zeitlose Stücke hinterlassen, die man einer neuen Generation näher bringen sollte". Weshalb die 38-Jährige in der Verfilmung von "Cymbeline", einem selten gespielten Shakespeare-Stück, eine der Hauptrollen übernommen hat. Und kleinlaut hinterherschickt: "Ich musste Shakespeares Text zunächst einmal für mich selbst übersetzen, um wirklich alles zu verstehen, was er hier geschrieben hat". Das habe vor allem mit dem Reichtum seiner Sprache zu tun, sagt Jovovich, und auch mit der Art, wie man seine Texte vorträgt.

"Die Sprache ist für Shakespeare enorm wichtig"

In "Cymbeline" hat Regisseur Michael Almereyda nämlich den Fokus auf Shakespeares Originaltext gelegt, die Handlung aber in die heutige Zeit verlegt. "Die Sprache ist für Shakespeare enorm wichtig", sagt er, "es ist für mich unvorstellbar, auf sie zu verzichten". Almereyda hat bereits eine Hamlet-Verfilmung gedreht, "Cymbeline" ist nun sein zweiter Versuch, dem Genie Shakespeares ("oder wer immer diese Stücke geschrieben hat") auf die Schliche zu kommen.

Neben Jovovich sind zudem Ethan Hawke, Ed Harris, Anton Yelchin und Dakota Johnson zu sehen, die Adaption ist als Ensemble-Stück angelegt, das hier in der Reihe "Orizzonti" Premiere feierte. "Bei einem Ensemblestück ist es wichtig, das keine Person zu sehr glänzt", findet Regisseur Almereyda. "Zugleich kann man sich stärker auf seine eigene Figur konzentrieren, weil man mehr mit den anderen interagieren muss", findet Jovovich.

"Resident Evil"-Dreh abgesagt
Die Schauspielerin, die erst kürzlich verkündete, dass sie und ihr Mann, der Regisseur Paul Anderson, ihr zweites Kind erwarten, sagte deshalb die Dreharbeiten zum sechsten und letzten Teil der "Resident Evil"-Reihe in Südafrika ab, und machte stattdessen Promotion am Lido.

Die Schauspielerin Milla Jovovich. - © Katharina Sartena
Die Schauspielerin Milla Jovovich. - © Katharina Sartena

"Noch strengen mich Premieren nicht so sehr an", sagte sie. "Doch trotzdem mag ich sie nicht, und zwar aus dem Grund, dass ich mich selbst nicht auf der Leinwand sehen kann", gesteht Jovovich. "Die einzige Rolle, in der ich mich ansehen kann, ist jene in ‚Das fünfte Element‘", sagt sie. Der Sci-Fi-Film von Luc Besson machte Jovovich Mitte der 90er Jahre berühmt, nachdem sie zuvor als Model gearbeitet hatte. "Wahrscheinlich sehe ich den Film deshalb so gerne, weil ich darin jene Figur spiele, die am allermeisten von mir selbst entfernt ist".