Mortensen kommt nicht zu seinem Tribute nach Wien. - © K. Sartena
Mortensen kommt nicht zu seinem Tribute nach Wien. - © K. Sartena

(az) Unweigerlich sehe ich Viggo Mortensen jedes Mal nackt vor mir. In meiner Erinnerung nämlich an die legendäre Kampfszene aus David Cronenbergs "Eastern Promises", in der Mortensen in einem Badehaus nackt mit zwei russischen Gangstern ringt (einer davon gespielt von Vincent Cassel). Dieser Szene geht ein langer Spannungsaufbau voraus, in dem Mortensen charakteristisch cool bleibt - bis er ausbricht. Wenig überraschend sind seine bekanntesten Rollen die, in denen er Gangster, Krieger oder Westerner spielte.

Im Rahmen des diesjährigen Viennale-Tributs an diesen wandlungsfähigen Schauspieler haben nun auch all jene Gelegenheit, "Eastern Promises" zu sehen, die Mortensen vielleicht eher aus Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie kennen. Dass der Sohn einer Dänin und einer New Yorkerin aber auch fließend Spanisch spricht (weil er seine Volksschuljahre in Argentinien verbrachte), kann man etwa in Lisandro Alonsos neuem Film "Jauja" sehen, ein Meisterwerk über das Erzählen an sich, in dem Mortensen einen Soldaten im 19. Jahrhundert spielt. Doch auch als Handelsvertreter in "A Walk On The Moon" konnte Mortensen (nicht nur Diane Lane) überzeugen; und für Sean Penns "Indian Runner" war er ein Vietnam-Veteran, der Schwierigkeiten hat, in die Scheinheiligkeit der amerikanischen Provinz zurückzukehren.

VIENNALE-TRIBUTE