In Anton Corbijns neuem Film "Life", der bei der Berlinale als Sondervorführung gezeigt wurde, geht es um den eigentlichen Beruf des mit "Control" zum Filmemacher gewordenen Fotografen Corbijn. "Ich bin in der Tat versucht gewesen, diesen Film als meinen persönlichsten zu sehen", sagt Corbijn im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Aber letztlich ist er nicht der persönlichste, weil ich zwar von einem Fotografen erzähle, aber nicht von einem Fotokünstler".

Corbijn schildert die Geschichte des "Magnum"-Fotografen Dennis Stock, der in den 50ern Promis in Hollywood ablichtete, ehe er sich in den Kopf setzte, den damals noch unbekannten James Dean zu überzeugen, einzigartige Aufnahmen von sich machen zu lassen. Herausgekommen ist bei diesem Shooting unter anderem das legendäre Porträt Deans auf dem Times Square in New York. Der Film erzählt, wie es zu diesem Foto kam.

"Interessant ist, dass sowohl Stock als auch Dean dachten, sie würden dem jeweils anderen mit dem Fotoshooting einen Gefallen tun", erzählt Dane DeHaan, der im Film (mit unglaublicher Wandlungsfähigkeit) James Dean spielt. "Stock glaubte, er biete Dean eine Bühne, Dean glaubte, Stock hätte durch ihn die Chance bekannt zu werden".

Dennis Stock wird von Ex"Twilight"-Star Robert Pattinson gespielt, der nach seinem kometenhaften Aufstieg zum Superstar derzeit die Umorientierung ins ernste Schauspielfach versucht - er spielte etwa in den letzten beiden Filmen des Kanadiers David Cronenberg, anstatt weiterhin Teenie-Romanzen zu drehen.

"Es ist mir wichtig, mich zu verändern", sagt Pattinson. "Nach dem Erfolg von ‚Twilight‘ war mir klar, dass es rund zehn Jahre dauern würde, bis ich nicht mehr nur damit identifiziert werden würde. Nun ja, sieben Jahre sind schon rum. Immerhin: Leonardo DiCaprio wurde auch sehr lange mit ‚Titanic‘ in Verbindung gebracht, doch das ist heute vorbei".

Pattinson kann jedenfalls sehr gut nachvollziehen, wie es ist, wenn man ganz kurz vor dem Durchbruch steht, so wie James Dean im Film. "Er wußte, es wird passieren, und es wird viele persönliche Einschränkungen mit sich bringen", so Pattinson, der sich auch selbst gerne an die Zeit vor dem Durchbruch erinnert: "Das war eine tolle Zeit, als ‚Twilight‘, Teil eins, schon abgedreht, aber noch nicht in den Kinos war. Dieses halbe Jahr damals habe ich sehr genossen".
Sechs Monate vor Kinostart wusste man in Hollywood bereits in etwa, was dem damals 21-jährigen Jungschauspieler bevorstand. "Aber ich selbst hatte ja noch keine Ahnung", meint Pattinson. "Ich kannte damals nur die angenehmen Seiten des Ruhms". Und was war das angenehmste in dieser Zeit? "Ganz eindeutig: Dass ich plötzlich in jeden Club reinkam, wo man mich vorher nie reingelassen hätte".