Mathieu Amalric und Stéphanie Cléau im Gespräch. - © Matthias Greuling
Mathieu Amalric und Stéphanie Cléau im Gespräch. - © Matthias Greuling

Paris. Georges Simenon hat seinen Krimi "Das blaue Zimmer" (ab Freitag im Kino) als kammerspielartiges Mysterium angelegt, in dem ein glücklicher Familienvater (Mathieu Amalric) sich plötzlich in Untersuchungshaft befindet, weil man ihm vorwirft, seine Frau ermordet zu haben. Dem voran geht eine intensive Affäre mit einer attraktiven Apothekerin (Stéphanie Cléau): Das Paar trifft sich regelmäßig in einem Hotelzimmer, bevor die Situation eskaliert.

Die nur 78 Minuten lange Adaption hat Mathieu Amalric gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin, der Theaterregisseurin Stéphanie Cléau, zu einem Drehbuch verdichtet und sie auch in der Hauptrolle besetzt. Amalric, der nicht erst seit seinem Auftritt in "Ein Quantum Trost" als bekanntester Schauspieler Frankreichs gilt, hat mit "Das blaue Zimmer" seine zweite Regiearbeit vorgelegt.

"Wiener Zeitung": Ein Paar im echten Leben spielt eine Affäre auf der Leinwand. Wie geht das denn?

Mathieu Amalric: Das geht sehr gut. Stéphanie ist bei den Liebesszenen wirklich sehr entspannt gewesen (lacht). Stéphanie hatte zuvor niemals vor einer Kamera gestanden. Noch nie waren wir so intim, im wahrsten Sinn des Wortes (lacht). Ich jedenfalls spiele meinen nächsten Film nur mehr komplett verhüllt.

Stéphanie Cléau: Wir verfassten das Drehbuch gemeinsam, und ziemlich schnell kristallisierte sich heraus, dass Mathieu die Rolle spielen musste. Meine Mitwirkung war nicht so sicher. Damals inszenierte ich ein Theaterstück und mein Hauptdarsteller fiel aus, also fragte ich Mathieu, ob er nicht einspringen könnte. Wir machten sozusagen einen Tausch: Er hat für mich am Theater gespielt und ich für ihn in diesem Film.

Waren Sie als Paar die Idealbesetzung, weil sich Intimität so besser auf die Leinwand bringen lässt?

Amalric: Das hat sicher damit zu tun gehabt, ja. Aber ich konnte nicht anders, als Stéphanie in dieser Rolle zu sehen, denn auch sie hat etwas Unnahbares, das man nicht erklären kann, ein Mysterium, das sie umgibt. Sie war perfekt für die Figur der Geliebten. Ich nannte das "die Bedrohung des Unbekannten".

Ideal also für das Mysteriöse, von dem der Roman erzählt.