• vom 23.08.2015, 15:45 Uhr

Film

Update: 24.08.2015, 11:26 Uhr

Karl Merkatz

"Für den Mundl lernte ich Wienerisch"




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Von Matthias Greuling

  • Lauter Ikonen: Edmund Sackbauer, der "Bockerer", der "Blunzenkönig": Dabei wollte Karl Merkatz eigentlich Tischler werden.

"Der Blunzenkönig": neue Merkatz-Komödie im Kino. - © Einhorn-Film

"Der Blunzenkönig": neue Merkatz-Komödie im Kino. © Einhorn-Film

Karl Merkatz : "Ich habe meinen Meister nie gemacht, weder als Tischler noch als Schauspieler."

Karl Merkatz : "Ich habe meinen Meister nie gemacht, weder als Tischler noch als Schauspieler."© K. Sartena Karl Merkatz : "Ich habe meinen Meister nie gemacht, weder als Tischler noch als Schauspieler."© K. Sartena

Wien. Karl Merkatz ist so etwas wie ein österreichisches Nationalheiligtum. Nicht nur, weil der beliebte Schauspieler die Rolle seines Lebens, den Edmund Sackbauer, als eine Typisierung des Wienerischen angelegt hat, wofür ihn die Menschen, von Jung bis Alt, bis heute lieben. Sondern auch, weil er die Bürde, die eine solche Lebensrolle mit sich bringt, immer mit völliger Gelassenheit ertragen hat. Der 84-Jährige sieht seinen Beruf als Handwerk, wie dereinst die Tischlerlehre, die er nie abgeschlossen hat.

Jetzt hat Merkatz mit "Der Blunzenkönig" unter der Regie von Leo Bauer wieder einen Kinofilm gedreht, in dem er sich als Fleischhauer vom alten Schlag mit neumodischen Begriffen wie "vegetarisch" oder "vegan" herumschlagen muss. Die Vorlage dazu stammt von Christoph Frühwirth, der den Text 2004 für eine Lesung mit Merkatz verfasst hatte. Leo Bauer, bisher hauptsächlich bei TV-Comedyformaten im Einsatz, inszenierte erstmals für das Kino. "Der Blunzenkönig" startet am kommenden Freitag in den Kinos, beim Interview mit Merkatz im Waldviertlerhof gibt‘s dazu passend Blunz’ngröstl und als Geschenk die Salz-Pfeffer-Mühle, die ein Gewürzhersteller eigens nach Merkatz benannt hat.


"Wiener Zeitung": Herr Merkatz, auch im "Bockerer" waren Sie ein Fleischhauer. Ein Beruf, der es Ihnen angetan hat?

Karl Merkatz:Ich fand die Vorlage einfach wunderbar: Den Text zum "Blunzenkönig" hat Christoph Frühwirth schon vor zehn Jahren geschrieben, ursprünglich für eine Lesung, aber ich sagte ihm, das kann man nicht lesen, das muss man spielen!

Im Film heißt es "Die Körndlfresser sind mir wurscht." Wie steht Karl Merkatz zum Begriff "vegan"?

Als dieses Wort aufkam, musste ich zunächst einmal nachfragen, was das überhaupt heißt. Dabei ist es nur vegetarisch ganz ohne Tier. Ich verstehe, dass es Menschen gibt, die so leben möchten. Aber auch der Blunzenkönig durchläuft eine Veränderung in unserem Film: Die Sau, die er früher einfach abgestochen hätte, kann er plötzlich nicht mehr töten. Er entwickelt einen Bezug zu diesem Lebewesen, er beginnt sogar, mit ihm zu reden, wenn es um psychische Probleme geht. Zum Beispiel teilt er die Erinnerung an seine verstorbene Frau mit der Sau. Bei der Sau bringt der Blunzenkönig sein Innerstes nach außen. Das Gespräch mit der Sau war für mich fast eine philosophische Situation.

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Dokument erstellt am 2015-08-21 15:50:08
Letzte Änderung am 2015-08-24 11:26:09


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