• vom 12.12.2015, 08:15 Uhr

Film


Star Wars

"Ich mache jetzt Hobbyfilme mit Säge und Hammer"




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Von Matthias Greuling

  • Wie George Lucas die erfolgreichste Filmreihe der Geschichte entwarf und warum er sein Lebenswerk 2012 an Disney verkaufte.

George Lucas 1977 am Set mit dem Droiden C-3PO. - © Corbis

George Lucas 1977 am Set mit dem Droiden C-3PO. © Corbis

Am 17. Dezember startet die neueste Folge der Sternenkriege-Saga "Star Wars" in den Kinos. Es ist die erste unter Federführung der Walt Disney Studios. George Lucas hatte zuvor sein Lebenswerk in Form seiner Produktionsfirma Lucasfilm an den Trickfilmkonzern veräußert, und zwar für kolportierte vier Milliarden US-Dollar. Disney zögerte nicht und setzt nun die bislang sechsteilige Filmreihe mit "Episode VII - Das Erwachen der Macht" fort, Regie führt der erprobte Spektakelmeister J.J. Abrams.

Das Besondere an dem Sequel: Es ist der erste Film der Reihe, bei dem Lucas seine Finger nicht im Spiel hat. Außerdem kehren die Charaktere, die die erste Trilogie weltberühmt machte, wieder zurück: Stark gealtert nehmen Mark Hamill, Carrie Fisher und Harrison Ford ihre Rollen als Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Überflieger Han Solo wieder auf.


Die "Star Wars"-Saga gehört zu den erfolgreichsten Kapiteln der Filmgeschichte und spielte weltweit bis dato 4,5 Milliarden Dollar ein. Dabei war der Erfolg für die Sternenkrieger keineswegs vorprogrammiert: Damals, Mitte der 70er Jahre, als Lucas mit "American Graffiti" und "THX 1138" zwei für US-Verhältnisse künstlerische Filme im Gepäck hatte, musste er noch von Studio zu Studio Klinken putzen gehen, um sein Drehbuch zu "Star Wars" anzupreisen - ohne Erfolg. Alle Studios waren überzeugt, dass eine Geschichte wie diese niemand sehen wollen würde. Erst 20th Century Fox schlug zu, war aber eigentlich auch davon überzeugt, dass der Film ein Flop werden müsste.

Eine epische Saga
Es kam anders: "Star Wars, Episode IV" wurde 1977 zum bis dahin erfolgreichsten Film aller Zeiten, holte 307 Millionen Dollar allein in den USA (inflationsbereinigt: 1,3 Milliarden) und gebar den Begriff vom Blockbuster. Lucas drehte bis 1983 zwei Sequels (das Inszenieren überließ er bei Episode V und VI aber anderen) und erzählte die Geschichte von Luke Skywalker und seinem, dem Bösen verfallenen Vater Darth Vader weiter. Danach kehrte er 1997 mit digital stark überarbeiteten, modernisierten Fassungen nochmals in die Kinos zurück, ehe er ab 1999 die drei Prequels zur ersten Trilogie, Episode I bis III, nachreichte, die klären sollten, wie der junge Anakin Skywalker der Verlockung der dunklen Seite verfiel. Der bislang letzte "Star Wars"-Film kam 2005 in die Kinos.

Lucas’ nunmehriger Deal mit Disney und sein Rückzug vom Filmgeschäft hatten wohl mit einer gewissen Müdigkeit des 71-Jährigen zu tun. "Ich hasse große Konzerne und bin gar nicht glücklich darüber, dass sie sich auch im Filmgeschäft breitgemacht haben", sagte Lucas einmal. Nachsatz: "Und dann bin ich draufgekommen, dass ich ebenfalls der Kopf eines großen Konzerns war. Welch’ Ironie!"

Lucas hat daraus die Konsequenzen gezogen und sein "Baby" "Star Wars" ziehen lassen. Disney wird daraus bis 2019 für mindestens weitere drei Filme das Maximum an kommerziellem Output herausholen, so viel ist sicher. Die ursprünglich auf insgesamt neun Filme angelegte Reihe soll zudem um etliche Spin-offs erweitert werden.

Und Lucas? Der kehrt dorthin zurück, womit er angefangen hat: zur Filmkunst. "Ich gebe alle meine Geschäfte auf und drehe in meiner Garage kleine Hobbyfilme mit Säge und Hammer", sagt er. "Ich wollte schon immer lieber Experimentalfilme drehen, bei denen ich mir nicht dauernd Gedanken machen muss, wie sie beim Publikum ankommen."




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