Locarno. Der deutsche Schauspieler Mario Adorf wird beim 69. Filmfestival von Locarno mit einem Goldenen Leoparden für sein Lebenswerk geehrt. Die "schier unglaubliche Anzahl Rollen", die der 85-Jährige im Laufe seiner Karriere gespielt habe, sei "der beste Gradmesser für den Reichtum und die Vielfalt, die wir mit unserem Programm anstreben", so der künstlerische Leiter Carlo Chatrian am Montag.

Die Ehrung erfolgt im Rahmen der Retrospektive, die sich heuer dem deutschen Film der jungen Bundesrepublik der Nachkriegszeit (1949-1963) widmet und damit eine "wunderbare Gelegenheit" bietet, "diesen außerordentlichen Schauspieler zu ehren", so Chatrian. "Einen Mann, der sich im Autorenfilm ebenso wohl fühlt wie im populären Fach, im Drama ebenso wohl wie in der Komödie: kurz einen Mann, der mit seiner Präsenz nicht nur den deutschen Film, sondern das gesamte europäische Kino geprägt hat, als sei er eine Brücke zwischen Kulturen, Epochen und Ausdrucksformen." Adorf wird für die Ehrung und ein Publikumsgespräch persönlich nach Locarno kommen.

In mehr als 200 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt

1930 als deutscher Staatsbürger mit italienischen Wurzeln in der Schweiz geboren, spielte Adorf in mehr als 200 Kino- und Fernsehfilmen und arbeitete mit renommierten Regisseuren wie Dario Argento, Luigi Comencini, Edgar Reitz, Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder oder Claude Chabrol. Die diesjährige Festival-Retrospektive umfasst drei Filme mit Adorf: "Nachts, wenn der Teufel kam" (1957) von Robert Siodmak, "Der Arzt von Stalingrad" (1958) von Geza von Radvanyi sowie "Am Tag, als der Regen kam" (1959) von Gerd Oswald. Zu Ehren des Schauspielers werden zudem Luigis Comencinis "A cavallo della tigre" (1961) und Fernando Di Leos "La mala ordina" (1972) gezeigt.

Die 69. Ausgabe des Festivals del film Locarno findet heuer vom 3. bis zum 13. August statt.